Neustart für die temporäre Kunsthalle
Hoffnungslos festgefahren schien in den letzten Monaten das Projekt temporäre Kunsthalle am bekanntesten Platz der Republik. Erst trat der Geschäftsführer zurück, dann hatte der kuratorische Beirat die Nase voll und die Ausstellungen, allesamt künstlerische Solonummern, hielten nicht das, was sie versprachen.
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Und jetzt bündelt die blauweiße Kiste noch einmal ihre Kräfte – rechtzeitig zum Art Forums (24.9.) soll mit Bettina Pousttchis schwarzweißer Außenhaut für die Fassade auch die Gruppenausstellung „Scorpio’s Garden“ eröffnet werden. Das Neue: künftig werden Künstlerkuratoren für die Präsentationen zuständig sein. Sie zeigen nicht sich selbst, sondern suchen „ihre“ Kollegen aus, die ihren Kunstbegriff spiegeln. Den Anfang macht die Dänin Kristine Roepstorff, die seit knapp acht Jahren in Berlin lebt und jene Generation vertritt, die nicht nur gut vernetzt ist, sondern die Stadt als vitalen, internationalen Produktionsort definiert. 35 Künstler illustrieren Roepstorffs subjektiven Blick. Die Künstlerliste jedenfalls kann sich sehen lassen: Elmgreen & Dragset sind ebenso vertreten wie Isa Genzken, Amelie von Wulffen und Monica Bonvicini. Der Garten ist für die Künstlerin eine Metapher. „Es blüht hier, aber es gibt neben der Sonnen- auch eine Schattenseite.“ Jetzt fehlt noch eine gute Präsentation, dann stehen die Zeichen für die Kunsthalle auf Hoffnung. Wie sagte Hassemer so schön: „Die Schau wird wie ein Outing für diese Stadt!“
Berliner Morgenpost, 02.09.2009
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