Nehmt Schlüter
Kolummne von Konrad Adam
Wir zitieren:
„Der Widerstand gegen die Rekonstruktion des Berliner Schlosses hat längst pathologische Züge angenommen, die nach tiefenpsychologischer Deutung verlangen.“
Der Verfasser geht dann auf die Wettbewerbsbedingungen zum Ausbau des früheren Goldenen Saales im Augsburger Rathaus ein:
„Diese enthielten nur eine einzige Bedingung. Alles war erlaubt, nur nicht die Rekonstruktion des ursprünglichen, frühbarocken Zustandes. Rückschauend erwecken die Entwürfe, die sich wohl oder übel an diese Auflage halten mussten, Gefühle wie bei der Betrachtung von Piranesis Gefängnisbildern, den Carceri: Nur nicht da leben müssen. Was sich die Wettbeweber damals hatten einfallen lassen, macht ohne jeden Kommentar verständlich, dass
In Berlin sollte man daraus lernen. Man sollte sich an den Grafen Ferraris erinnern, den früheren Botschafter Italiens, der den Deutschen auf die Frage, welchen Schlossarchitekten er ihnen empfehlen würde, die Antwort gab: ´Nehmt Schlüter. Einen Besserenwerdet ihr so bald nicht finden.´“
Die Welt, 5.01.2004
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