„Manchmal hilft nur eine Trennung“
aus einem Interview mit Kulturstaatssekretär André Schmitz über die Krise an der Staatsoper
André Schmitz ist ein Mensch, der Wert auf Stil legt. Der 50-Jährige trug schon dreiteilige Anzüge, als er Anfang der 90er-Jahre als Verwaltungsdirektor an die Volksbühne kam – und war damit an Frank Castorfs Theater der Exot. 2001 wechselte der inzwischen die Deutsche Oper leitende Schmitz in die Senatskanzlei: Seit November 2006 ist er Kulturstaatssekretär. Mit ihm sprach Dirk Krampitz über Umgangsformen, die Staatsopern-Krise und die Berliner Kultur.
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Stichwort Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz. Der Palast der Republik wird noch abgerissen, darum verschiebt sich die Fertigstellung des Neubaus auf 2015. Ab Herbst steht auf der innerstädtischen Brache die temporäre Kunsthalle. Was meinen Sie, wie lang bleibt die wirklich stehen?
Bis 2010 – das ist fest vereinbart. Dann beginnen die Bauarbeiten für das Humboldt-Forum. Kulturpolitisch wünsche ich mir, dass wir zu dieser Zeit in Berlin eine neue dauerhafte Stätte für zeitgenössische Kunst errichten können. Denn damit wird Berlin international am stärksten wahrgenommen. Es sind nicht unsere drei Opernhäuser, nicht unsere Theater. Es ist die bildende Kunst. Hier leben und arbeiten viele international bekannte junge bildende Künstler, aber sie stellen hier nicht aus, sondern in Venedig oder in Kassel. Das müssen wir unbedingt ändern.
Berliner Morgenpost, 18.05.2008
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