Kulturkampf um einen leeren Palast
Mit dem Näherrücken des Abrisstermins für den Palast der Republik noch in diesem Monat wird mit härteren Banadagen gekämpft: Seit einigen Tagen kursiert in der Hauptstadt ein Papier, das die Spendenpraxis des Vereins der Schlossfreunde in ein schiefes Licht tauchen soll. Selbst von Korruption ist da die Rede. Im Mittelpunkt steht der Hamburger Kaufmann Wilhelm v. Boddien. Seit seine Baumaschinenfirma in Konkurs ging und er als bezahlter Geschäftsführer des Vereins der Schlossfreunde fungiert, bietet er eine ideale Angriffsfläche. Doch die Schlossbefürworter sind mindestens so streitlustig wie die Palastfreunde und haben inzwischen einen Grundsatzbeschluss des Deutschen Bundestages auf ihrer Seite: Der entschied 2004 für den „Neubau in den Umrissen des Schlosses“.
Kölner Stadtanzeiger, 12.01.2006
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