Keine Info-Box zum Schloss-Neubau!
Schade! Wenn Berlins Prachtbau hochgezogen wird, gucken Zuschauer in die Röhre
Keine Info-Box zum Schloss-Neubau!
Von HILDBURG BRUNS
Als der Potsdamer Platz wuchs, erlebten das 9 Millionen Berliner und Touristen in der roten Info-Box hautnah mit. Schaustelle Baustelle. Wenn ab 2010 mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses begonnen wird, gibt’s für die geplante Zuschauer-Box keinen Platz!
Seit Jahren wird um die so genannte „Humboldt-Box“ gerungen: Aussehen, Standort, Sponsoren, Werbung – es ging immer hin und her. Jetzt ist das Projekt tot. Der Grund: Container, Kräne und Buddelei für die Verlängerung der U 5 („Kanzler-Linie“) und Schloss blockieren die Flächen.
„Aber wir werden einen Informations-Ort schaffen“, verspricht Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (46). Im Visier hat sie das derzeit leer stehende, benachbarte Kronprinzenpalais. In dessen Garten soll man z. B. auch Bildhauern live bei der Arbeit für die historischen Fassaden-Teile zugucken können. Fördervereins-Chef Wilhelm von Boddien (66): „Ein wunderbarer Ort, an dem viele Leute vorbeikommen.“
Noch läuft der Wettbewerb zur inneren Gestaltung des Schlosses (Museum für außereuropäische Kulturen, „Humboldt-Forum“). 85 Architekten machen mit. In zwei Wochen siebt eine Jury die besten 30 bis 40 für die nächste Bearbeitungsstufe aus.
Witzig: Sie müssen auch einen Quarantäneraum einplanen! Für ungebetene Besucher. Eingehende Kunstwerke werden auf Schädlinge untersucht und bei Bedarf an Ort und Stelle „entwest“. Im fertigen Museumsbau hinter der alten Schloss-Ansicht rechnen die Bauherren mit rund 16 000 Besuchern pro Tag.
Bild Berlin, 03.06.2008
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