Jetzt wird der Schloßplatz umgebaut
Mit Beginn der Bauarbeiten auf dem Schloßplatz startet am 21. April die Neugestaltung der historischen Mitte Berlins. Zunächst werde das Gelände für den Bau der temporären Kunsthalle „White Cube“ und danach für das Humboldt-Forum vorbereitet, so die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
Bei einem ersten Schritt soll das Areal bis Dezember 2008 für archäologische Grabungen erschlossen werden. Erst nach der Entscheidung im Architekturwettbewerb für das Humboldt-Forum Ende 2008 wird die Marschroute für den Neubau mit der historischen Schlossfassade festgelegt.
Mit den ersten Bauarbeiten können die Stadtarchäologen nun den Bereich westlich des Spreekanals erforschen, wo sich die Reste eines alten Dominikanerkloster und bisher unzugängliche Teile des Schlosses befinden. Das Kloster war 1297 gegründet und 1745 abgerissen worden. Im Boden sind noch die Fundamente von Kloster und Domkirche mit unzähligen Gräbern. Von April bis August 2009 soll dann der einstige Schlosskeller erforscht werden. Die temporäre Kunsthalle „White Cube“ nach Plänen des Architekten Adolf Krischanitz soll bis September 2008 stehen.
Für die Besucher sollen auf dem Gelände begehbare Holzpassagen und unterschiedliche Rasenflächen für Sport und Spiel eingerichtet werden. Die Holzstege werden sich nach Angaben der Senatsverwaltung etwa 30 Zentimeter über dem Gelände erheben und die archäologischen Grabungsflächen umrahmen.
Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals soll mit Holzsitzen verdeckt werden. Die einstige Palastwanne soll mit Sand gefüllt werden und mit einer leichten Neigung in Richtung Spree mit Spiel- und Sportrasen begrünt werden. Den Gestaltungswettbewerb hatte das Berliner Landschaftsarchitektur-Büro Relais gewonnen.
Entscheidung über eine Info-Box ist aber noch nicht gefallen
Eine Entscheidung über die geplante Info-Box zum Humboldtforum steht allerdings noch aus. Die Senatsverwaltung für Stadtverwaltung kann sich dazu nach eigenen Angaben voraussichtlich erst Anfang Mai konkreter äußern. Man warte noch auf eine Antwort der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sagte Sprecherin Manuela Damianakis. Es wäre aus Sicht des Senats eine „gute Möglichkeit“, wenn die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Trägerschaft der Info-Box übernehme.
Der Informationspavillon soll nach Angaben des Fördervereins Berliner Schloss mit 1600 Quadratmetern Nutzfläche auf dem Schloßplatz an der Karl-Liebknecht-Straße gegenüber vom Lustgarten errichtet werden. Dort sollen sich die Bürger über das Nutzungskonzept und die Bauplanung des Humboldt-Forums informieren. Außerdem will der Förderverein dort für Spenden zur Rekonstruktion der nach seinen Angaben 80 Millionen Euro teuren Schlossfassade werben.
Der Berliner Unternehmer Hans Wall hat sich Zeitungsberichten zufolge bereiterklärt, den Bau der Info-Box zu finanzieren, wenn er dafür große Werbeflächen an der Box und der künftigen Schloss-Baustelle vermarkten darf. Die Humboldt-Box soll den Angaben zufolge acht Millionen Euro kosten.
Damianakis bezeichnete das Angebot als „interessant“. Wenn das Land Berlin der Träger der Infobox sei, müsse ein Projekt dieser Größenordnung allerdings europaweit ausgeschrieben werden. „Wir müssen die europäischen Richtlinien und Vergabeverfahren beachten“, betonte Damianakis. Eine Sprecherin des Unternehmens Wall sagte, der Unternehmer wolle sich solange öffentlich nicht mehr zu dem Thema äußern, bis der Senat eine Entscheidung getroffen habe.
Das Schloss soll nach dem Willen des Bundestages für 552 Millionen Euro Gesamtkosten als Humboldt-Forum mit den historischen Fassaden ab 2010 wiederaufgebaut werden, nachdem der DDR-Palast der Republik abgerissen ist.
Welt, 17.04.2008
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