Humboldt-Forum
Interview im Inforadio Berlin mit dem Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz.
Inforadio:
So ganz offiziell dürfen Sie als Kulturstaatssekretär natürlich keine besonderen Leidenschaften in irgendein Projekt hineingeben, aber eines gibt es trotzdem: das Humboldtforum.
André Schmitz:
Ach, man kann auch Leidenschaften entwickeln, finde ich. Das wäre ja furchtbar, wenn Politiker keine Leidenschaften entwickeln und in der Tat sprechen Sie ein Projekt an, von dem ich sehr überzeugt bin und das ist gegenüber der Museumsinsel, die die europäischen Sammlungen vom Pergamon-Altar bis zur Nationalgalerie, Bilder des 19. Jahrhunderts versammelt, gegenüber dieser Museumsinsel ein Forum zu bauen, ein Alexander von Humboldt-Forum, in dem die außereuropäischen Sammlungen, die wir im Moment in Dahlem haben, zu konzentrieren. Dann hätten wir eine Museumslandschaft, die einzigartig wäre in der Welt. Die Bedeutung wäre größer als der Louvre und dieses Alexander von Humboldt-Forum mit diesem Namensgeber, der schon im 19. Jahrhundert global gedacht hat, wäre in der globalisierten Zeit, glaube ich, eine ideale Ergänzung der Kulturlandschaft Deutschlands, muss man schon sagen.
Und außerdem löst es ein Problem – ich finde, es ist kaum noch zu ertragen, dass auf diesem zentralen Platz am Ende Unter den Linden wir jetzt noch 30 Jahre lang Kirmes und sonstige Jahrmärkten veranstalten wollen. Hier ist die größte Baulücke, die gilt es auch zu schließen. Von daher finde ich dieses, auch mit seiner inhaltlichen Nutzung verknüpft ein wirklich großartiges Projekt. Es ist aber auch eines, was die Stadt Berlin nicht alleine stemmen kann. In Frankreich würde man sagen, ein grand projet. In Frankreich würde das der Präsident machen, hier denke ich, muss die Kanzlerin sich dieses Projektes nochmal annehmen. Damit würde sie sich selber auch für die Geschichte ein Denkmal setzen.
Inforadio Berlin, 28.12.2006
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