Hier entsteht ein Schloss
Meisterstücke von Steinfachschülern für Deutschlands berühmteste Fassade.
Teile des wieder erstehenden Berliner Schlosses sind gegenwärtig in der Staatlichen Fachschule für Steinbearbeitung in Wunsiedel zu bewundern.
Die Wiederherstellung des Stadtschlosses ist nach jahrelangen kontroversen Diskussionen eines der ehrgeizigsten Bauvorhaben der gesamten Republik. Dort, wo jetzt die Ruine des „Palasts der Republik“ abgetragen wird, soll bis 2013 detailgetreu das alte Stadtschloss stehen, dessen Reste die DDR-Regierung 1950 sprengen ließ. In Wunsiedel kann man in diesen Tagen einen Blick in diese Zukunft werfen. In der Aula und auf dem Hof der Steinfachschule lagern gleich zwei große Fassadenteile des Schlosses. Die Fenstergesimse sind an die drei Meter lang und zwischen 400 und 500 Kilogramm schwer. Die großen Steine geben eine Ahnung davon , welch große Aufgabe vor den Wiedererbauern des Schlosses liegt.
Mit den Fenstersimsen hat es allerdings eine besondere Bewandtnis: Es handelt sich um zwei Abschlussarbeiten der Meisterprüfung 2007 im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk.. Zwei der Lehrgangsteilnehmer hatten beschlossen, dass ihr Meisterstück einmal nicht ihr Wohnzimmer, sondern einen historischen Ort zieren sollte. Im Zentrum Berlins werden die Simse einmal in die Fassade des Schlosses eingefügt werden. Die Fassadenteile sind aus dem originaltreuen Reinhartsdorfer Sandstein, den der „Förderverein Berliner Schloss“ den beiden angehenden Meistern zur Verfügung gestellt. hat.
Einer von beiden ist der Berliner Udo Pries, gleichzeitig der Beste seines Prüfungsjahrgangs. Neben einem unglaublich exakten Fassadenteil vollbrachte Pries eine weitere fabelhafte Leistung: Trotz 20 Pflichtfächern absolvierte er die Prüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,0. Zusammen mit Maren Füßmann (Trosdorf bei Bamberg) und Bastian Brauwer (Berching) erhält er dafür den „Meisterpreis“ der bayerischen Staatsregierung.
Frankenpost, 25.07.2007
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