Hans Stimmann: Der Senat muss endlich planen
Eigentlich ist alles klar. Die Zusammenführung von Malerei und Skulptur, also die kunsthistorische Einheit von Gemäldegalerie und Bodemuseum nach der Ursprungsidee Bodes, gilt lange schon als ein Meilenstein im Masterplan der Museumsinsel.
Daran hat sich nichts geändert, wie Hermann Parzinger, der Stiftungspräsident, immer wieder betont. Doch nun hat Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, im Gefecht eines Interviews kürzlich zu schnell und ein wenig unbedacht geäußert, dass die Bildergalerie auf „absehbare Zeit“ nicht auf die Insel ziehen werde. Und dies damit begründet, dass im Moment „niemanden verständlich zu machen“ sei, ein neues Gebäude für 50 Millionen Euro zu bauen. Seine Interpretation: das Projekt ist aufgeschoben, aber nicht für die Zukunft blockiert. Eins muss allen Beteiligten eigentlich klar sein: in Zeiten der Wirtschaftskrise geht es nicht um visionäre Konzepte, sondern um die Finanzierbarkeit. Eissenhauers Äußerung könnte man also getrost als pragmatische Erklärung stehen lassen. Es gibt andere Projekte, die in die Millionen gehen und museumspolitisch sicherlich Vorrang haben: die Vollendung des Masterplans mit dem Pergamonmuseum – vor allem aber das prestigeträchtige Humboldt-Forum.
(…)
Neben der Neuen Nationalgalerie gibt es Grundstücke, auf denen, so Stimmann, neu gebaut und somit die St. Matthäikirche aus ihrer Isolation befreit werden könnte. Denkbar wären Galerien oder andere Kulturinstitutionen, die das Areal bereichern sollen. Voraussetzung ist, dass diese Grundstücke vermarktet und private Investoren gefunden werden. Für Stimmann durchaus realistisch. „Der Senat muss nun endlich planen!“
Wie dem auch sei. Eines hat die Sommerdebatte bewirkt: über die Zukunft des Kulturforums wird endlich wieder gesprochen. Und es herrscht Konsens darüber, dass das Areal attraktiver werden muss. Jetzt muss nur noch der Haushalt stimmen.
Berliner Morgenpost, 21.08.2009
Deutsch
English
Francais
