Grünes Licht für den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in Hannover

Grünes Licht für den Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen in Hannover

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover erhält mithilfe der Volkswagen-Stiftung das Schloss Herrenhausen zurück. Durch einen Erbbaurechts- und Mietvertrag zwischen Stiftung und Stadt wurde am 3. Juli der Weg für eine Rekonstruktion des Schlossbaus geebnet. Bereits im Jahr 2012 soll der Nachbau des einstigen Sommersitzes der welfischen Fürsten fertiggestellt sein.

Die Wiedererrichtung komplettiert das prächtige Gebäudeensemble in den Herrenhäuser Gärten, die zu den besterhaltenen und größten barocken Gartenanlagen Europas zählen. Die Anlagen in der Hannoverschen Nordstadt wurden um die Mitte des 17. Jahrhunderts angelegt. Das darauf errichtete Schloss verblieb bis ins 20. Jahrhundert im Besitz der welfischen Fürstenfamilie, bis es im Jahr 1943 bei einem Luftangriff nahezu gänzlich zerstört wurde. Erhalten blieben nur das Portal der Schlosstreppe und die Begrenzungen der beiden Schlosshöfe.

In der Nachkriegszeit waren mehrere Bemühungen zum Wiederaufbau des Schlosses aus finanziellen Gründen gescheitert und so blieb seither die Baulücke mit Ruinenresten bestehen. Nun soll das Schloss in seinem letzten Baubestand rekonstruiert werden. Nach den Plänen des Hofbaumeisters Georg Ludwig Laves, der das Schloss Anfang des 19. Jahrhunderts im klassizistischen Baustil erneuerte, wird ausschließlich die Hülle des historischen Baukörpers nachgebaut. Hinter den klassizistischen Fassaden soll der Innenraum künftig ein modernes Tagungszentrum beherbergen, das durch ein kulturhistorisch ausgerichtetes Museum ergänzt werden soll. Vor allem wissenschaftliche Veranstaltungen sollen in den neuen Räumlichkeiten stattfinden, womit nach Ansicht der Bauträger der geistesgeschichtlichen Tradition der Stadt Rechnung getragen wird. Schließlich war Gottfried Wilhelm Leibniz lange am hannoverschen Hofe und damit auch im Schloss Herrenhausen tätig.

(…)

www.damals.de, 12.07.2009