Grüne lehnen Standort für Denkmal ab

Grüne lehnen Standort für Denkmal ab

„Am Brandenburger Tor an Einheit erinnern“
Das vom Bundestag beschlossene Einheits- und Freiheitsdenkmal sollte nach Ansicht der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus vor dem Brandenburger Tor errichtet werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte am Mittwoch die Schloßfreiheit auf dem Schloßplatz mit dem noch vorhandenen Sockel des früheren Reiterstandbildes Kaiser Wilhelm I. genannt. Als Termin für die Grundsteinlegung wird der 9. November 2009 als 20. Jahrestag des Mauerfalls von 1989 angestrebt.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig und die kulturpolitische Sprecherin Alice Ströver meinten dagegen: „Wenn es ein deutschlandweites Denkmal für die wiedergewonnene Einheit und Freiheit von 1989 geben soll, dann ist der Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor der richtige Standort“. Der Standort Schlossfreiheit stehe in keiner Verbindung zu den Orten der Bürgerrechts- und Freiheitsbewegung von 1989 und eben so wenig „zum Unterdrückungssymbol der Mauer“. Die Grünen nannten es auch „diskriminierend, wenn von Bundesseite Standortentscheidungen für Berlin getroffen werden, ohne dass das Abgeordnetenhaus informiert noch angemessen einbezogen wird“.

Die Linksfraktion lehnt den Sockel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals ebenfalls ab und schlägt einen Standort „am zukünftigen Humboldt-Forum gegenüber dem Lustgarten“ vor. Mit der Errichtung des Denkmals auf jenem Sockel werde das Denkmalprojekt „Teil eines nationalkonservativen Geschichtsprojekts“. dpa

Berliner Morgenpost, 16.03.2008