Gras über der Geschichte Der Wettbewerb für die Begrünung des Berliner Schlossplatzes

Gras über der Geschichte: Der Wettbewerb für die Begrünung des Berliner Schlossplatzes

Grün ist der kleinste gemeinsame Nenner. Jedenfalls auf dem Berliner Schlossplatz. Der soll, wenn dereinst die immer noch asbestverseuchten Reste des Palasts der Republik abgetragen sind, als provisorischer Garten hergerichtet werden. Wann das sein wird, vermag niemand zu sagen. Die Rede ist derzeit vom Frühjahr 2008. Gleichwohl haben die künftigen Bauherren, der Bund und das Land Berlin, schon einmal einen Wettbewerb für die Gestaltung der Freifläche ausgelobt, die wohl für mindestens fünf Jahre entstehen wird, sobald die Palastruine niedergelegt ist. Dieser innerstädtische Spielplatz hat bereits viel gedankliche Energie auf sich gezogen.

Die beiden erstplatzierten Entwürfe liegen zwar glücklich über dem vielfach befürchteten „Rollrasen“-Niveau, können aber gleichwohl eine gewisse hübsch anzuschauende Ratlosigkeit nicht verbergen. Gefordert war in der Auslobung eine „einfache, schöne, sachdienliche Grünfläche“, die mehrere Felder für archeologische Grabungen freihält und auch Platz für die geplante Humboldt-Box bietet, in der die künftigen Nutzer des Schlosses ihre Ideen für ein Zentrum außereuropäischer Kulturen ausbreiten wollen. Der nun mit dem ersten Preis belohnte Vorschlag kommt diesen Wünschen nach einem grünen Neutralraum wohl am nächsten.
FAZ, 26.09.2006