Geheime Seiten des Schlosses

Geheime Seiten des Schlosses

Vierteilige Serie über die weniger bekannten Seiten des Schlosses, das immer mehr war als nur der Wohnsitz von Preußens Herrschern.

Die Nutzung des Schlosses war immer schon eine intensive Mischnutzung – ähnlich wie die für das Humboldt-Forum vorgesehene. Nach 1918 vermietete die Verwaltung des preußischen Krongutes zahlreiche der insgesamt 1210 Räume. So lebten 1924 im dritten Stockwerk 27 Privatfamilien. Institutionen wie die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck-Gesellschaft) residierten im Schloss, aber auch die Gewerkschaft Deutscher Verwaltungsbeamter und die Landesanstalt für Gewässerkunde. Das Studentenwerk betrieb im Schloss eine Mensa und ein Studentinnen-Tagesheim. Die heutige Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz erlebte im Schloss ihre Geburtsstunde, denn die Bibliothek des Königs war z.T. öffentlich. Auch Ausstellungen fanden von jeher statt: In der Kunst- und Wunderkammer sammelten die Brandenburgischen Herrscher zu ihrem Vergnügen die ersten Kunstwerke. daraus entstand 1830 die Museumsinsel. 1920 zog das Kunstgewerbemuseum aus dem Martin-Gropius-Bau dauerhaft ins Schloss.
Berliner Morgenpost, 12.12.2005