Fundamente des Münzturms freigelegt

Fundamente des „Münzturms“ freigelegt

Am Berliner Schlossplatz haben Archäologen des Landesdenkmalamtes die Fundamente des 300 Jahre alten Münzturmes von Andreas Schlüter zum großen Teil ausgegraben. In nur vier Wochen legten etwa zehn Mitarbeiter die Grundmauern frei, sagte der Archäologe Peter Fuchs. Mit den Arbeiten neben der Abriss-Ruine des Palastes der Republik soll geklärt werden, welche Auflagen es für das auf dem Gelände geplante Humboldt-Forum und die Fortführung der U-Bahnlinie 5 geben wird.
Sicher sei nur eins: „Die Fundamente dürfen nicht zerstört werden“, betonte Fuchs. Die historischen Mauern wurden von Andreas Schlüter errichtet und könnten in ein neues Gebäude integriert werden und dort im Keller zu besichtigen sein, meinte der Denkmalschützer. Alternativ sei es ausreichend, wenn die Fundamente mit einem Betondeckel geschützt und dann überbaut würden. Allerdings könnte der Senat den Denkmalschutz aufheben.Die fast drei Meter dicken Grundmauern aus Kalkstein ruhen auf rund 7000 Holzpfählen, die Schlüter dicht an dicht in den instabilen Grund rammen ließ. Die Länge der Pfähle ist noch unklar. Auf einer Fläche von wenigen Quadratmetern sind die Köpfe der Pfähle freigelegt. Wegen der Hitze müssen die Archäologen vorsichtig vorgehen, weil das Holz in der plötzlichen Trockenheit schnell zerfällt. Bislang stecken sie im feuchten Boden. Das Grundwasser beginnt in einer Tiefe von gut drei Metern. Tiefer wollen die Archäologen vorerst nicht graben und stattdessen die Baumaßnahmen für Humboldt-Forum oder U-Bahn abwarten. Noch im Frühsommer sollen die Mauern wieder zugeschüttet werden.
Die Welt, 26.05.2007