Franco Stella darf Berliner Stadtschloss nicht bauen

Franco Stella darf Berliner Stadtschloss nicht bauen

Der Vertrag zwischen dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und dem italienischen Architekten Franco Stella zum Bau des Berliner Humboldt-Forums ist nichtig. Das entschied heute die 3. Vergabekammer beim Bundeskartellamt. Sie nennt dafür formale Gründe – so seien nicht alle vom Bundesbauministerium aufgestellten Wettbewerbsbedingungen von Stella eingehalten worden – und fordert zugleich, „das Vergabeverfahren ab Zeitpunkt der Preisgerichtsentscheidung zu wiederholen“. Geklagt hatte der Berliner Architekt Hans Kollhoff, der beim Schlosswettbewerb einen dritten Platz errang. Seine Beschwerde will er nicht gegen seinen Kollegen Stella gerichtet sehen, sondern „gegen eine Wettbewerbs- und Vergabepraxis, die meint, auf die Einhaltung der selbst aufgestellten Spielregeln nicht hinwirken zu müssen“.

Das Bundesbauministerium versteht Beschluss des Bundeskartellamts als eine „behördliche Entscheidung, die noch nicht endgültig ist“, und kündigte umgehend an, ihn beim Oberlandesgericht Düsseldorf gerichtlich überprüfen zu lassen. Denn das Ministerium sieht im Vergabeverfahren keine Unregelmäßigkeiten. Die Verfahrensstreitigkeiten mit einem Berliner Architekten würden daher den Bau des Humboldt-Forums auch nicht verzögern, heißt es in der Mitteilung weiter.

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Kunstmarkt.com, 11.09.2009