Flächenaufteilung im HumboldtForum beschlossen Linke CDU und Grüne kritisieren Konzept

Flächenaufteilung im Humboldt-Forum beschlossen – Linke, CDU und Grüne kritisieren Konzept

Der Senat hat die Aufteilung der für Berlin vorgesehenen Fläche im geplanten Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz in Mitte beschlossen. Von den 5000 Quadratmetern, die Berlin in dem Bau mit der Fassade des ehemaligen Hohenzollernschlosses zustehen, sollen 4000 Quadratmeter der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) und 1000 Quadratmeter der Humboldt-Universität zugeteilt werden, sagte ein Senatssprecher am Dienstag. Die ZLB solle mit ihrem großen Medienbereich zu Tanz, Bühne, Film, Kunst und Musik in das Gebäude ziehen. Die Fraktionen von Linke, CDU und Grünen kritisierten das Konzept.

Die grundlegenden Probleme der ZLB würden damit nicht gelöst, sagte Linke-Fraktionssprecherin Kathi Seefeld. Die ZLB benötige im Humboldt-Forum mehr Fläche. Es sei aber auch eine Verbindung mit dem benachbarten ZLB-Standort Breite Straße denkbar. Insgesamt benötige die ZLB 12 000 Quadratmeter Fläche.

Nach Auffassung des kulturpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Michael Braun, ist das Gebäude nicht dazu da, die Probleme der ZLB zu lösen. Das Humboldt-Forum ergänze den klassischen abendländischen Blick auf die Welt durch außereuropäische Sichtweisen und öffne so den Zugang zu Weltwissen und Weltkulturen. Es sei etwas Neuartiges – weit mehr als ein Museumsprojekt. Hierzu passe nicht die ZLB, sagte Braun.

Grünen-Fraktionschefin Franziska Eichstädt-Bohlig kritisierte, dem Senatskonzept fehle die Kraft für ein integriertes, modernes Kulturzentrum, das die internationale Vernetzung von Kulturen befördere und die historischen Wurzeln von europäischer Wissenschaftskultur erfahrbar mache. Denn alles was komme, sei schlicht die Verlagerung der außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz von Dahlem an den Schlossplatz und ein «angehängter Lesesaal» der ZLB «mit einer kleinen Abstellecke für ein paar verstaubte Wissenschaftsmodelle der Humboldt-Universität». Die eigentliche Idee des Humboldt-Forums sei damit tot.

Hauptnutzer des Humboldt-Forums soll die Stiftung Preußischer Kulturbesitz sein, die dort ihre außereuropäischen Sammlungen zeigen will. Der Baubeginn ist für 2010, die Fertigstellung für 2013 geplant. Die gesamten Baukosten werden auf 480 Millionen Euro beziffert.
Berliner Zeitung, 26.06.2007