Fassade – Schmuck für Berlins Mitte

Fassade – Schmuck für Berlins Mitte

Wer Matthias Körners Atelier im Berliner Stadtteil Wedding betritt, sieht sofort, dass hier etwas Außergewöhnliches geschieht. Überall stehen Figuren und Reliefs in verschiedenen Stadien der Fertigstellung. Dominiert wird der Raum von einem zwölf Meter langen und fünf Meter breiten Triumphbogen, in dessen Mittelpunkt ein Adler seine Schwingen ausbreitet. Seit sieben Jahren rekonstruiert der Bildhauer die Barockfassade des Berliner Stadtschlosses.

Sie soll dem sogenannten Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz in Berlins Mitte die äußere Gestalt verleihen. Der Triumphbogen wird dann ein Portal an der Westfassade des Gebäudes zieren. Insgesamt eineinhalb Jahre hat Körner allein daran gearbeitet. «Geduld ist bei unserer Arbeit eine der wichtigsten Tugenden», sagt der 55-Jährige.

Bei dem eindrucksvollen Objekt handelt es nicht um ein fertiges Fassadenteil, sondern um ein Gipsmodell, auf dessen Grundlage später ein Bildhauer das endgültige Werk aus Sandstein hauen wird. Körner leistet dazu die entscheidende Vorarbeit. Dabei muss er besondere Herausforderungen meistern, denn vom Original ist kaum etwas übrig, das Anhaltspunkte geben könnte.

Er und seine Kollegen sind auf Fotos angewiesen. «Die Fotos sind aber nur ein Teil. Es kommt vor allem auf Tiefe und Volumen an, und das geben Fotos nicht her. Die bildhauerische Erfahrung muss das ausgleichen», sagt der 55-Jährige, der bereits an der Fassade von Schloss Sanssouci und am Gendarmenmarkt gearbeitet hat. «Ein Bildhauer, der noch nie mit preußischem Barock zu tun hatte, kann mit einer Fotovorlage kaum arbeiten.»

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Ad-hoc News, ddp, 20.08.2009