Es reicht nur für eine Kuppel

Es reicht nur für eine Kuppel

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Der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, ist trotz Ramsauers Zweifel davon überzeugt, dass das Stadtschloss mit Kuppel gebaut wird. Er hält daran fest, dass sein Verein 80 Millionen Euro einsammeln kann. „Zwei Drittel der Spenden werden wie bei der Dresdner Frauenkirche erst dann fließen, wenn bereits Teile des Bauwerks zu sehen sind“, sagte er. Sobald ein Vertrag über die Aufgabenteilung mit der vom Bund gegründeten „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ geschlossen ist, verspricht er dem Bauherrn einen „regelmäßigen Zufluss von Spenden“.
Die Stadtentwicklungsverwaltung ist durch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher im Stiftungsrat, dem Kontrollgremium des Bauherrn, vertreten. Sprecherin Petra Rohland sagte: „Die Kuppel war Bestandteil des preisgekrönten Entwurfs von Franco Stella, und der Bundestag hat beschlossen, dass der Entwurf realisiert wird.“ Bisher sei beim Senat nichts von einer Änderung dieser Pläne bekannt.
Möglicherweise wird das Stadtschloss in mehreren Ausbaustufen realisiert. „Nicht alle Rekonstruktionswünsche werden sich gleich zu Anfang realisieren lassen, irgendwann aber sollte sich auch das Berliner Schloss neben Reichstag und Dom in die von Kuppeln geprägte Silhouette der Stadt einfügen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und der Chef der Schloss-Stiftung Manfred Rettig hatte in einem früheren Gespräch dieser Zeitung erklärt, dass die Tragwerke und die Konstruktion des Humboldtforums so ausgelegt werden, dass das knappe Budget eine detailgetreue Rekonstruktion in der Zukunft nicht verhindert. So könne man einige Arbeiten „späteren Generationen“ überlassen – die historische Kuppel etwa Rettigs Stiftung wird ab Mitte des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für Ornamente und Figuren von Fassaden und Innenhöfen des Schlosses übernehmen. Boddiens Förderverein will diese Aufgaben abgeben. Die von seinem Verein beschäftigten Bildhauer würden zur Stiftung wechseln. Die Schloss-Stiftung baut ohnehin eine Bildhauerwerkstatt in Spandau auf. Boddiens Förderverein will sich dann auf das Spendensammeln konzentrieren. „Wir werden das Massengeschäft machen, um die Großspender wird sich die Stiftung selber kümmern“, so Boddien.
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Der Tagesspiegel, 02.03.2010