Eine wahre Entdeckung

„Eine wahre Entdeckung“

Eduard Tubin im Benefizkonzert fürs Berliner Schloss – 27.05.

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses liegt den Musikern am Herzen. Im vergangenen Herbst haben sie beschlossen, sich mindestens zweimal im Jahr dafür zu engagieren. Das heutige Benefizkonzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters leitet Kristjan Järvi. Der estnisch-amerikanische Dirigent gestaltet den Abend in der Reihe „MusikWelten“ und bringt auch ein Werk aus seiner Heimat mit: die „Sinfonia lirica“ von Eduard Tubin. Das Orchester ist begeistert von dem selten gespielten, leidenschaftlichen Werk von 1943 und bezeichnet es als „eine wahre Entdeckung“. Die vierte Sinfonie entstand während der deutschen Besatzungszeit, bevor der Komponist nach Schweden floh. Der große estnische Sinfoniker hat die jüngere Komponistengeneration des Landes von Arvo Pärt bis Eimo Tamberg entscheidend beeinflusst. Kristjan Järvi tritt nicht nur als Dirigent, sondern auch als Anwalt für Eduard Tubin in die Fußstapfen seines Vaters. Neeme Järvi hat sich schon in den achtziger Jahren international für den Komponisten eingesetzt. Neben der nordischen Sinfonie erklingt Igor Strawinskys „Sacre du Printemps“.

Berliner Morgenpost, 22.05.2008