Eine etwas andere Weltreise
Noch immer ist die Idee des Humboldt-Forums im Berliner Stadtschloss nicht besonders populär. Ein ethnologisches Großmuseum soll in die wiederauferstehende Preußen-Residenz einziehen.
Bereits vor 100 Jahren gab es für den französischen Dichter Guillaume Apollinaire „keinen Grund, warum der Staat nicht endlich ein großes Museum für die exotische Kunst gründen sollte, entsprechend dem, was der Louvre für die europäische Kunst bedeutet“. In Berlins Mitte soll für die außereuropäischen Kulturen nun ein solches Domizil errichtet werden: das Stadtschloss, in das spätestens 2015 das Humboldt-Forum einziehen wird, ein angeblich neuartiges ethnologisches Supermuseum.
Die Ausstellung „Anders zur Welt kommen“ im Alten Museum der Hauptstadt stellt das kulturpolitische Großprojekt nun erstmals öffentlich vor. Denn trotz Ankündigungen wie „ein Zukunftsort ersten Ranges“, „die neue geistige Mitte Europas“ oder „ein „Centre Pompidou des 21. Jahrhunderts“ ist die Idee des künftigen Kulturhauses vis-à-vis der Museumsinsel noch nicht sonderlich populär. Der Vorschlag, die reichen Sammlungen zur traditionellen Kunst Afrikas, Amerikas, Asiens und Ozeaniens aus den abgelegenen Museen Dahlems in die Mitte Berlins zu holen, erschien im Jahr 2000 als rettender Gedanke. Damals wurde aber noch heftig über den Wiederaufbau der 1950 gesprengten Hohenzollern-Residenz debattiert.
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Focus online, 07.07.2009
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