Die Spenden sollen schneller fließen

Die Spenden sollen schneller fließen

Wenn am Freitag die provisorische Grünfläche auf dem Schloßplatz eröffnet wird, dürfte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher ganz zwangsläufig auf das Schloss, das Humboldt-Forum, zu sprechen kommen. Im Herbst nächsten Jahres soll auf der Grünfläche Baustart sein. Mit der vom Bund gegründeten gemeinnützigen Stiftung „Berliner Schloss-Humboldt-Forum“ kann in Kürze der Bauherr aktiv werden. Er soll alle Bauabschnitte kontrollieren und koordinieren – sich vor allem aber um eine mögliche Wackelpartie kümmern: Das Spendensammeln für die geplante Barockfassade, die mit 80 Millionen Euro veranschlagt ist. Bislang hat der Förderverein Berliner Schloss dafür 10,6 Millionen Euro gesammelt.  

(…)

Die Stiftung wird vermutlich ein zentrales Konto einrichten, auf das Gelder auch anderer Sammlungen eingezahlt werden. Der Förderverein will „alle bereits gesammelten, noch nicht verfügten oder für seine künftige Arbeit nicht benötigten Gelder an die Stiftung übergeben“. Von Boddien kann sich vorstellen, dass Großspender „aus Gründen Ihres Ansehens“ lieber an eine Stiftung spenden. Der Geschäftsführer hält bürgerliches Engagement beim Spenden für „nur möglich, wenn Medien das Anliegen positiv kommunizieren“. Bürgerinitiativen hätten in der Regel kein Geld für Anzeigenschlachten. Das Spendengütesiegel sei dem Förderverein erst kürzlich erst „nach einer weiteren Prüfung unserer Bilanz verlängert“ worden. Ohne die Wiederaufbaupläne des Vereins hätte es keinen Wettbewerb für das Schloss gegeben, heißt es. Die Modelle von Pilastern, Kapitellen und sonstigen Fassadenteilen, die von Spender symbolisch erworben werden könnten, fänden am Bau keine Verwendung. Sie sollen als Prototypen Steinmetzbetrieben als Vorlage dienen.

Die Stiftung wird das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit dem Bau des Schlosses beauftragen. Bis zum Herbst soll die Entwurfsplanung des Preisträgers Franco Stella überarbeitet sein, hinzugezogen wurden die Architekten Hilmer & Sattler und Albrecht sowie Gerkan, Marg und Partner. Im Humboldt-Forum sollen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Universität und die Zentral- und Landesbibliothek Platz finden.

Aber erst einmal wird die Grünanlage eröffnet. Sie kostet 1,4 Millionen Euro.

 
Tagesspiegel, 07.07.2009