Die Mitte wird untergraben
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Jetzt werden zunächst bis Mitte 2011 die Archäologen auf der künftigen Baustelle nach Resten des alten Berlins suchen. Sensationelle Funde unter den einst dort stehenden Bürgerhäusern erwartet Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) nicht. Ob die Freiflächen gemäß den historischen Grundrissen bebaut werden sollen, ist weiter ungeklärt. Dass um die Zukunft gestritten werde, sei gut, sagte Wowereit. Seiner Ansicht nach sind die riesigen Lücken in der Bebauung des alten Zentrums „nicht förderlich für ein urbanes Leben.“ Eine Entscheidung müsse aber nicht heute getroffen werden. Anders sieht es für ihn beim Wiederaufbau des Stadtschlosses aus, unter dem die U 5 fahren wird. Die historische Fassade müsse von Anfang an mitgebaut werden, forderte Wowereit erneut – und widersprach damit Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU), der nicht ausschloss, dass das Humboldtforum zunächst ohne Barockfassaden entstehen könnte. Um Erschütterungen am künftigen Gebäude zu vermeiden, hat die BVG in ihren Plänen den Abstand zwischen der Grundplatte des Forums und den Tunneln der U-Bahn vergrößert. Die Röhren, bergmännisch vorangetrieben, werden nun mit einem kleineren Durchmesser als zunächst vorgesehen erstellt. Der Abraum wird zum größten Teil durch die fertigen Röhren zur Spree gebracht und per Schiff abtransportiert.
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der Tagesspiegel, 14.04.2010
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