Die Light-Version der Kuppel kommt

Die Light-Version der Kuppel kommt

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Das Berliner Stadtschloss bekommt eine Kuppel – aber in vereinfachter Form. Dies bestätigte die vom Bund gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, die auch Bauherr des Gebäudes ist. Im 480 Millionen Euro großen Budget für den Neubau nach alten Plänen seien die dafür erforderlichen „Kostenansätze in Höhe von sieben Millionen Euro enthalten“. Eine vollständige Rekonstruktion der historischen Kuppel würde aber nach Berechnungen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung 15 Millionen Euro kosten. Spätestens bis zum Einreichen des Bauantrages im Frühjahr 2011 solle darüber entschieden werden, ob nur die „Umrisse“ der historischen Kuppel nachgezeichnet werden oder die große Lösung gewählt wird
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Möglicherweise wird das Stadtschloss aber auch in mehreren Ausbaustufen realisiert. „Nicht alle Rekonstruktionswünsche werden sich gleich zu Anfang realisieren lassen, irgendwann aber sollte sich auch das Berliner Schloss neben Reichstag und Dom in die von Kuppeln geprägte Silhouette der Stadt einfügen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und der Chef der Schloss-Stiftung Manfred Rettig hatte in einem früheren Gespräch dieser Zeitung erklärt, dass die Tragwerke und die Konstruktion des Humboldtforums so ausgelegt werden, dass das knappe Budget eine detailgetreue Rekonstruktion in der Zukunft nicht verhindert. So könne man einige Arbeiten „späteren Generationen“ überlassen – die historische Kuppel etwa? Rettigs Stiftung wird ab Mitte des Jahres auch die vorbereitenden Arbeiten für Ornamente und Figuren von Fassaden und Innenhöfen des Schlosses übernehmen. Boddiens Förderverein will diese Aufgaben abgeben. Die von seinem Verein beschäftigten Bildhauer würden zur Stiftung wechseln. Die Schloss-Stiftung baut ohnehin eine Bildhauerwerkstatt in Spandau auf. Boddiens Förderverein will sich dann ausschließlich auf das Spendensammeln konzentrieren. „Wir werden das Massengeschäft machen, um die Großspender wird sich die Stiftung selber kümmern“, so Boddien.
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Potsdamer Neueste Nachrichten, 02.03.2010