Die Initiatorinnen/Jetzt geht´s los

Die Initiatorinnen/Jetzt geht´s los

Von Coco Kühn und Constanze Kleiner, einem Team C&C, stammt die Idee für den White Cube als temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz. Zusammen mit der Stiftung Zukunft Berlin, dem darin engagierten Kunstmäzen Dieter Rosenkranz und dem Wiener Architekten Adolf Krischanitz entstand der vieldiskutierte Entwurf, der sich gestern im Senat durchsetzte.

Der Regierende Klaus Wowereit hat gesagt: Wir haben uns entschieden. Jetzt kann es losgehen. Was machen Sie zuerst, feiern oder loslegen?

Constanze Kleiner: Beides auf einmal. Jetzt kommen erstmal alle Beteiligten zusammen. Wir warten auf die Baugenehmigung. Jeder Schritt, jeder Handgriff will genau bedacht sein, die Zeit läuft.

Weil Sie den Kubus zur Berlin Bienale im April einweihen wollen?

Coco Kühn: Die Biennale ist unsere Eröffnunsgziel. Einen besseren Auftakt können wir uns nicht wünschen. Die internationale junge Kunst ist zu dieser Zeit in der Stadt. Wir sind dann ein Schaufenster für Kunst in Berlin. Diese Ergänzung ist ideal. Wir werden alles dafür tun, den Termin zu schaffen. Krischanitz‘ Architektur samt Betriebssystem – wie Klimatechnik, Heizung usw. – hat sich ja schon einmal als Interimskunsthalle bewährt, vor Jahren beim Bau des Wiener Museumsquartiers. Die Hallenteile müssen nur hergestellt und montiert werden. Wo am günstigsten, ob in Österreich oder in Deutschland, das werden wir rasch prüfen.

Die Außenhaut des Kubus im aktuellen Entwurf des in Berlin lebenden Österreichers Gerhard Rockenschaub leuchtet blau-weiß. Das Weiß bildet eine abstrakte Wolke. Ironische Anspielung auf den Entwurf der aus dem Rennen geschlagenen Konkurrenz?

Constanze Kleiner: Es ist eine humorvolle Referenz. Der von der Kunstzeitschrift Monopol unterstützte Entwurf einer temporären Kunsthalle in Form einer Wolke durch das Architekturbüro Graft ist sehr anspruchsvoll und der Wettstreit war fair, anregend und herausfordernd. Wir haben uns dadurch gesteigert: Alfred Krischanitz in Wien hat den dritten Entwurf geliefert, die Kosten wieder und wieder auf den Punkt gebracht. Wir haben unser Bespielungskonzept mit junger Kunst aus Berlin ständig präzisiert.

Coco Kühn: Beide Entwürfe – die „Wolke“ und der „White Cube“ – haben die fehlende Kunsthalle in der Öffentlichkeit und der Politik wie nie zuvor ins Bewusstsein gerückt. Sollte es nach 2010 eine feste Kunsthalle geben, wird unser Kubus auf dem Schlossplatz wieder verschwinden, weil dann das Humboldt-Forum entsteht. Dann waren Graft, Monopol und wir diejenigen, die zum Fundament beigetragen haben.
Berliner Zeitung, 31.10.2007