Das vergessene Kulturforum

Das vergessene Kulturforum

Während die Mitte Berlins langsam Gestalt annimmt, verkommt die Museumsinsel des Westens / Von Hans Stimmann

Auch zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer hat die Stadt Berlin ihr inneres Gleichgewicht noch nicht gefunden. Das zeigen schon die Themen der aktuellen Städtebau- und Architekturdebatte: Es wird um die einstige Altstadt im ehemaligen Ost-Berlin gestritten und um das Aushängeschild des früheren West-Berlin, das Kulturforum mit der weltberühmten Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie.

<!– Inject Script Filtered –>

Im ersten Fall stehen die SED-Planungen für das Staatszentrum der DDR auf dem Prüfstand, zwei Kilometer weiter westlich sind es die Stadtlandschaftsplanungen West-Berlins als Antwort auf die Museumsinsel, die auf das Engste mit dem Architekten Hans Scharoun verbunden sind. Beide Areale verbindet heute bei allen sonstigen Unterschieden die Idee eines besonderen Ortes bedeutendster Kulturbauten. Dabei konzentriert sich seit dem Fall der Mauer die Aufmerksamkeit auf die Rekonstruktion der Museumsinsel und deren Erweiterung durch das Humboldtforum. Das Kulturforum dagegen liegt buchstäblich im Schatten des neuen Potsdamer Platzes. Dabei erinnert – wie in der Altstadt Berlins St. Marien – am Kulturforum nur noch die verloren herumstehende Kirche St. Matthäus daran, dass hier einmal eine ganz andere Art von Stadtleben seinen Mittelpunkt hatte.

(…)

Die Welt, 30.12.2009