Das Humboldt-Forum im Schloss

Das Humboldt-Forum im Schloss

Die Ausstellung „Anders zur Welt kommen: Das Humboldt-Forum im Schloss“ gewährt ab Donnerstag im Berliner Alten Museum einen Blick auf eines der bedeutendsten kulturellen Bauvorhaben Deutschlands. Vor dem Alten Museum – im Lustgarten – soll zugleich das 9. Museumsinselfestival mit Konzerten, Schattentheatern, Lesungen, Workshops und Tanz Lust auf die Welt im künftigen Humboldt-Forum im wiedererrichteten Stadtschloss machen. Die Eröffnung des Festivals am Mittwochabend ist öffentlich.

In der bis 17. Januar 2010 präsentierten Schau stellen die Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt Universität zu Berlin (HUB) und die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) als zukünftige Akteure und Partner im Humboldt-Forum erstmals ihre gemeinsamen Ideen und Konzepte vor, wie Monika Zessnik von den SMB-Besucher-Diensten ankündigte. Zu Beginn der Schau wird über die architektonischen Planungen zum Stadtschloss informiert. In das Humboldt-Forum werden später die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, Sammlungen der HUB und Teile der ZLB einziehen.

Einzelne Exponate der Museen sollen im Wechsel während der sechsmonatigen Ausstellungszeit in der Rotunde des Alten Museums präsentiert werden. Im zentralen Raum der Schau können die Besucher Zessnik zufolge wie auf einer Weltreise die Kontinente entlang einer spiegelverkehrten Weltkarte von Ost nach West durchwandern – im Pazifik vor der Nordwestküste Amerikas beginnend, folgen die Südsee, Asien, Afrika und Amerika.

Das nunmehr 9. Museumsinselfestival will bis 4. Oktober „als Veranstaltungslabor“ für die Ausstellung dienen, indem es deren Inhalte aufnimmt und die Kulturen der Welt thematisiert. Dabei werde der Lustgarten zur Arena, die je nach Ereignis mit Stühlen, Yoga-Matten oder Sitzkissen ausgestattet werde, kündigte Zessnik an. Das Spektrum der rund 100 Events reicht von japanischen Klangstürmen, Elektrotango aus Argentinien bis zum türkischen Schattentheater.

Zudem können Besucher Übertragungen von Orgelkonzerten aus dem Berliner Dom und Köstlichkeiten aus den Küchen der Welt genießen. Immer dienstags und donnerstags beginnt das Festival schon um 7.30 Uhr mit einem Yoga-Kurs. Darüber hinaus werden Workshops zu Bollywood Dance, brasilianischer Gitarre und Henna-Tattoos stattfinden.

Am 12. Juli wird das mongolische Naadam-Fest gefeiert. Dann erklingen Schamanentrommeln und Pferdekopfgeigen im Lustgarten. Außerdem stehen mongolischer Obertongesang, Ringerwettkämpfe und Bogenschießen auf dem Programm.

Für viele Veranstaltungen im Lustgarten gilt „umsonst und draußen“. Darüber hinaus gibt es wie schon in den Vorjahren Open-Air-Kino am Kulturforum und bei den Museen in Dahlem sowie Sonntagskonzerte vor dem Bode-Museum.

ddp, Freie Presse, 05.07.2009