Chipperfield: Berlin hat kein Konzept
Der britische Architekt David Chipperfield hat den Berlinern Konzeptlosigkeit bei der Neugestaltung ihrer Stadtmitte vorgeworfen. Chipperfield, der das Neue Museum Berlin restauriert hat, kritisiert im Kunstmagazin „Monopol“ das Festhalten am Stadtschloss-Entwurf des Architekten Franco Stella. Er sei „nicht vollständig überzeugt, dass die beste Lösung diese seltsame Kombination aus imitierter historischer Schlossfassade und einem modernen Gebäude dahinter ist“. Auch den Vorschlag einiger Berliner Politiker, das Viertel rund um das Rote Rathaus in den Dimensionen einer mittelalterlichen Altstadt wieder aufzubauen, kritisierte Chipperfield scharf: „Manchmal kann es sinnvoll sein, Dinge zu restaurieren. Aber in diesem Fall handelt es sich um eine riesige Neuerfindung. Das ist verrückt.“ Berlin habe noch nicht herausgefunden, welchen Teil seiner Geschichte es erhalten soll. Es sei heute eine fragmentierte Stadt – das sei aber Teil ihrer Qualität. „Berlin wieder zu dem zu machen, was es einmal war, ist sinnlos. Das neue Berlin zieht seine Energie doch gerade aus seiner Bruchstückhaftigkeit.“
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Eßlinger Zeitung, 23.12.2009
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