Bye-bye, Abendland

Bye-bye, Abendland

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Geplant ist das ambitionierteste deutsche Kulturprojekt seit der Wiedervereinigung. Nichts Geringeres haben die Politiker und künftigen Nutzer vor, als die Institution Museum neu zu erfinden. Und mehr noch: Es soll dem vereinigten Deutschland einen neuen Quellcode einschreiben. Einen, der sich nicht mehr auf die Nation bezieht, ja nicht einmal mehr auf Europa, sondern auf die ganze Welt. Die Vorstellung vom Fremden, aber auch die vom Eigenen soll hier neu verhandelt werden. Wenn das Humboldt-Forum funktioniert, könnte es die Denk- und Erfahrungsschule einer demokratischen Weltgesellschaft werden. An die Projekte von Alexander und Wilhelm von Humboldt will man hier anknüpfen, an die Ideen von Gottfried Wilhelm Leibniz und Georg Foster. An die sogenannten guten Traditionslinien Preußens und Deutschlands.
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ZEIT online, 03.07.2009