Bund will zügig eigene Stiftung für Berliner Stadtschloss gründen
Der Bund will zügig eine eigene Stiftung für das Berliner Stadtschloss auf den Weg bringen. Es sei vorgesehen, die Gründung bereits in der kommenden Woche im Kabinett zu beschließen, sagte eine Sprecherin des Bundesbauministeriums am Mittwoch in Berlin. Die Stiftung solle bis Anfang Juli mit ihrer Arbeit beginnen. Sie solle Bauherrin bei dem 552-Millionen-Euro-Projekt sein und auch Spenden sammeln, unter anderem für die barocken Schlossfassaden. Es sei jedoch keine «Konkurrenz», sondern eine «Ergänzung» zu dem privaten Förderverein Berliner Schloss.
Der Förderverein hatte zugesagt, mit Hilfe von Spenden die 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Barockfassaden aufzubringen. Nach eigenen Angaben hat der Verein bislang rund 10,6 Millionen Euro eingenommen.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, über die neue Stiftung könne der Bund die Spenden der privaten Initiativen entgegennehmen und das Engagement ergänzen, indem er selbst Spenden einwerbe. «Damit schaffen wir maximale Transparenz und Effektivität in den Entscheidungen», betonte er.
Der Bau des Stadtschlosses soll 2010 nach den Entwürfen des italienischen Architekten Franco Stella beginnen und bis 2013/2014 abgeschlossen sein. Einen Teil der 40 000 Quadratmeter Nutzfläche des Humboldt-Forums wird neben der Humboldt-Universität (HU) und der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit den außereuropäischen Sammlungen nutzen. Das teilweise kriegszerstörte Stadtschloss war 1950 auf Anweisung der damaligen DDR-Machthaber gesprengt worden.
ddp, 15.04,2009
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