Bund will mögliche Schlossschummelei ignorieren
Das Bundesbauministerium plant keine Überprüfung der Selbstauskunft des Schloss-Architekten Franco Stella über die Größe seines Büros. Das geht aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Grünen zum „Realisierungswettbewerb für das Berliner Schloss – Humboldt-Forum“ hervor.
Nachdem Zweifel aufgekommen waren, ob Stellas Büro die Mindestanforderungen (vier festangestellte Architekten) zur Teilnahme am Wettbewerb erfüllt habe, hatten die Grünen vom Bundesbauministerium wissen wollen, was die Überprüfung ergeben habe. „Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse vor, dass der Architekt Prof. Franco Stella Teilnahmebedingungen des Wettbewerbs nicht erfüllt hat“, erklärte dazu Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. In der weiteren Antwort wird jedoch klar, dass eine Überprüfung der Angaben auch gar nicht veranlasst wurde: „Zum Umfang der in den Medien genannten Planungsleistungen und Mitarbeiterzahlen liegen uns keine über die verbindliche Selbstauskunft des Architekten hinausgehenden Erkenntnisse vor.“
Lediglich die an das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) gerichtete Rüge des Architekten Hans Kollhoff in dieser Angelegenheit werde derzeit geprüft. Wie berichtet, hatte der Berliner Architekt dem Auslober des Wettbewerbs eine Rüge erteilt, um damit eine Überprüfung der Angaben Stellas zur Bürogröße zu veranlassen. Im Übrigen, so teilt die Staatssekretärin abschließend mit, arbeiteten alle Planungsbeteiligten „mit großem Engagement konstruktiv zusammen“.
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Berliner Morgenpost, 20.08.2009
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