Bevor das Schloss kommt, will Wall werben
Unternehmer plant Bau der Infobox / Senat ist skeptisch
Ulrich Paul
Der Berliner Unternehmer Hans Wall will nicht nur 20 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Bauakademie in Mitte spenden. Er ist auch bereit, den Aufbau der Humboldt-Box auf dem Schlossplatz zu finanzieren. Sie soll über den Wiederaufbau des geplanten Schlosses (Humboldt-Forum) informieren und als zentraler Ort für die Spendensammlung zur Rekonstruktion der historischen Fassaden dienen. Wall ist dem Vernehmen nach bereit, die acht Millionen Euro teure Box zu errichten, wenn er dafür große Werbeflächen an der Box und an der Schloss-Baustelle vermarkten darf. Einnahmen, die darüber hinausgehen, will er ans Land Berlin abführen. Bereits im September 2007 stellte Wall sein Konzept bei Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor. Doch eine Antwort ließ lange auf sich warten.
Gestern erklärte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dass sie Bedenken gegen die Wall-Idee habe. Der Unternehmer habe den Bau eines fünfgeschossigen Gebäudes mit 20 Meter Höhe vorgeschlagen, sagte Sprecherin Manuela Damianakis. Ein solcher Auftrag könne nicht direkt vergeben werden. Skeptisch sieht man auch den Wunsch nach großflächiger Werbung im historischen Zentrum.
Der Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP), kritisiert die Haltung des Senats. „Das ist ein klassischer Fall, wie bürgerschaftliches Engagement behindert wird, weil es Rot-Rot nicht ins Konzept passt“, sagte Fricke. Der Senat solle nicht nur sagen, was nicht möglich sei, sondern „überlegen, wie es geht“.
Berliner Zeitung, 08.04.2008
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