Berlins Finanzanteil am Stadtschloss ist sicher

Berlins Finanzanteil am Stadtschloss ist sicher

Laut Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gibt es keinen Zweifel daran, dass bei Bund und Land der Wille zum Bau des Humboldt-Forums besteht. Auch durch die Überarbeitung des Konzepts wird ihrer Einschätzung nach nicht der Start des Architektenwettbewerbs verzögert.

Der von Berlin verbürgte Finanzanteil für den Schlossneubau ist nach den Worten von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sicher. „Die 32 Millionen Euro für das Humboldt-Forum, die der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zugesagt hat, die stehen“, sagte Junge-Reyer. „Wowereit stellt sich nicht hin und sagt diese Summe zu, wenn es nur den leisesten Zweifel daran gibt“, ergänzte die Senatorin.

Im Haushaltsausschuss des Bundestages hatten Abgeordnete Fragen zu der Finanzkraft des mit 60 Milliarden Euro verschuldeten Landes Berlin geäußert und Aufklärung über die Erstausrüstung des Humboldt-Forums in Höhe von 72 Millionen Euro verlangt.

Deshalb wies der Ausschuss den Finanzierungsantrag zum Schloss an das Bauministerium zurück. Das Ministerium soll bis 7. November ein genaueres Finanzierungskonzept vorlegen. Bisher hatte es die Kosten für den Bau des Stadtschlosses mit 480 Millionen Euro angegeben. „Es ist das gute Recht des Haushaltsausschusses, Fragen zum Finanzkonzept zu stellen“, unterstrich die Senatorin. Dennoch gebe es keinen Zweifel daran, dass bei Bund und Land der Wille zum Bau des Humboldt-Forums bestehe. Durch die Überarbeitung des Konzepts wird nach Einschätzung Junge-Reyers auch nicht der Start des Architektenwettbewerbs verzögert.

Nach einem Beschluss des Bundestages aus dem Jahr 2002 soll das 1950 von der DDR gesprengte Stadtschloss mit drei barocken Fassaden wieder aufgebaut werden. Die vierte Seite zur Spree hin soll modern gestaltet werden. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte vorgeschlagen, mit der Gestaltung dieser vierten Seite an den Palast der Republik zu erinnern. Junge-Reyer lehnt diesen Vorschlag ab.
Welt, Berliner Morgenpost, 30.09.2007