Berliner Schloss – eine historische Herausforderung
Zu „Lesehilfe für ein Ding ihne Namen“ (F.A.Z.-Feuilleton vom 4. Mai):
Unter den sogenannten Profanbauten Berlins nimmt das Berliner Schloss, das Stadtschloss der Hohezollern, einen ganz besonderen Rang ein. Der prächtigste Barockbau Norddeutschlands wurde zum Teil auf historischen Mauern des 13. Jahrhunderts gegründet und erhielt nach beständigen Umbauten unter der Ägide der berühmtesten Architekten der Zeit sein endgültiges Gesicht durch die Architekten Andreas Schlüter und Karl Schinkel.
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Die Geschichte des Berliner Stadtschlosses ist in eindrucksvoller Weise die Geschichte Deutschlands an seiner zentralsten Stelle, deswegen ist die historische Rekonstruktion eine Notwendigkeit, die zum Selbstverständnis der Deutschen gereicht.
Die Zweifel an der Formierung der Barockfassade, die Diskussion um die Schlosskuppel sind Zeichen einer Geschichtslosigkeit, die eine prinzipielle Unbildung und eine historische Renitenz darstellen. Das historische Ensemble der Berliner Innenstadt kann auf das Schloss nicht verzichten.
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Das Gebäude muss komplett neu erstehen als ein Architekturmahnmal, welches die Überwindung von Zerstörung sinnbildlich darstellt (siehe auch Warschau, Danzig, Dresden). Historie zum Anfassen, Anregungen zum haptischen Historismus, zur Selbstfindung.
Dr. Felix-Rüdiger G. Giebler, Friedrichstadt
F.A.Z., 17.05.2010
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