Berlin will kein Geld vom Bund für Kunsthalle
Die in Berlin geplante Kunsthalle für zeitgenössische Kunst will die Stadt allein ohne Gelder vom Bund finanzieren. Das hat Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz gestern betont, nachdem aus der CDU-Bundestagsfraktion am Vortag Kritik an den Kunsthallen-Planungen laut geworden sind. Berlin müsse sich zunächst einmal vorrangig um die bestehenden Kultureinrichtungen kümmern, hatte der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Steffen Kampeter, gesagt.
Schmitz betonte, dass Berlin in diesem Fall keine Forderungen an den Bund stellen werde. „Wir werden das selber stemmen.“ Die neue Kunsthalle müsse auch „kein großes Museum sein, das viel Geld kostet.“ In Berlin gebe es Ausstellungsbauten, die nur 1,5 Millionen Euro gekostet hätten.
Schmitz unterstrich erneut die Bedeutung einer Kunsthalle für zeitgenössische Kunst für Berlin. „Viele junge Künstler arbeiten hier. Aber sie haben keine Möglichkeit, hier auszustellen.“ Deshalb werde die Halle gebraucht, um den Künstlern eine Perspektive in der Stadt zu bieten. Den von dem zurücktretenden Kurator der Sammlung Marx, Heiner Bastian, in diesem Zusammenhang attackierten Hamburger Bahnhof verteidigte Schmitz gegen die Vorwürfe. Der Auftrag an den Hamburger Bahnhof sei nicht, die aktuellen Strömungen im Bereich bildender Kunst zu zeigen, er sei vielmehr ein Museum mit einer Sammlungsauftrag. Den aktuellen Trend zu zeigen, übernehme in anderen Städten die jeweilige lokale Kunsthalle. „Die gibt es in Berlin nicht und die brauchen wir dringend.“ Sie soll laut Schmitz noch in dieser Legislaturperiode bis spätestens 2011 gebaut werden, währen ab 2009 in der Zwischenzeit eine temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz nach dem Abriss des Palastes stehen könnte.
Berliner Morgenpost, 31.03.2007
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