Benefizkonzert für Berliner Stadtschloss

Benefizkonzert für Berliner Stadtschloss

Es wehte ein Geist von Aufbruch unter den Damen und Herren, die den Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule bevölkerten. Man fühlte sich einig in dem Willen, etwas Bedeutendes für die Kultur, für Deutschland, für die Idee humanistischer Bildung zu tun: den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt-Forum.

Dazu hatten rund 20 engagierte Bürger Düsseldorfs vor nicht ganz einem Jahr den Düsseldorfer Freundeskreis Wiederaufbau Berliner Schloss gegründet und jetzt Freunde und Bekannte zu einem Benefizkonzert geladen, dem außergewöhnlich begabte Studenten der Hochschule musikalisch Glanz verliehen.

Ulf Doepner sprach für den Düsseldorfer Kreis von einem glücklichen Joint Venture mit der Hochschule auf dem Weg, die vom Bund als Träger des Bauprojekts vom Förderverein Berliner Schloss erwarteten 80 Mio. Euro zusammenzubekommen. Rund 200 Personen waren der Einladung gefolgt, hatten 20 Euro für Tickets bezahlt, Scheine in eine Spendenbox gesteckt und genossen die Musik. Sie lauschten gespannt dem Vortrag des Sprechers des Fördervereins, Wilhelm von Boddien.

14 der 80 Mio. Euro hat der Verein bereits zusammen, teils auf dem Konto, teils verbindlich zugesagt. Nun wird also auch in Düsseldorf eine Lawine ausgelöst, die sich in der Reihe der bürgerschaftlichen Aktivitäten um den Aufbau des Kölner Doms und der Dresdner Frauenkirche sieht. Denn, so von Boddien, die Stadtschlossrekonstruktion an der Stelle, an der zurzeit noch das Stahlskelett von „Erichs Lampenladen“ zurückgebaut wird, werde 2015 die neue Mitte für das historische Bauensemble der Museumsinsel sein.

Musikalisch war Prominenz versammelt, deren Beziehung zu Berlin und den oft musischen Preußenkönigen belegt ist: Bach, auch Carl Philipp Emanuel, Beethoven, Mendelssohn und Liszt, dessen rasante 2. Ungarische Rhapsodie bei der Pianistin Vasilena Krastanova in besten Händen war.

Rheinische Post, 15.05.2007