Bauministerium setzt sich für Info-Box ein
Staatssekretär will Standort in Schlossplatz-Nähe
Ulrich Paul
Die Berliner und die Besucher der Stadt dürfen jetzt doch wieder darauf hoffen, dass in Mitte eine Info-Box zum Wiederaufbau des Schlosses (Humboldt-Forum) errichtet wird. Das Bundesbauministerium setzt sich gegenüber dem Senat dafür ein, dass in unmittelbarer Nähe zum Schlossplatz ein Pavillon errichtet wird, der über das Projekt informiert und einen Blick auf den Bauplatz erlaubt. Das geht aus einem Brief von Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup (SPD) an Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hervor, der der Berliner Zeitung vorliegt.
Lütke Daldrup erinnert die Senatorin in dem Brief daran, dass das Land Berlin für den Pavillon (offizieller Name: Humboldt-Box) „einen geeigneten Standort im Schlossareal zur Verfügung“ stellen sollte. Lange Zeit sei dafür ein Platz gegenüber dem Lustgarten vorgesehen gewesen. Nachdem auf dieser Fläche jetzt laut Senat doch kein Platz ist, habe es ihn „überrascht“, dass nun das bundeseigene Kronprinzenpalais genutzt werden soll. Laut Lütke Daldrup gibt es „gewichtige Gründe, die gegen eine solche Lösung sprechen“. So dürfte sich die Nutzung „ohne eine bauliche Anpassung des Gebäudes kaum realisieren lassen“. Fraglich sei zudem, „wie die nicht unerhebliche Miete aufgebracht werden soll“. Ein klarer Hinweis darauf, dass der Bund nicht bereit ist, das Gebäude über Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Weit schwerer“ wiegt aber laut Lütke Daldrup, dass das Kronprinzenpalais unter anderem wegen seiner Lage „nur schwerlich als geeigneter Ort bezeichnet werden kann“. Es liegt gut 100 Meter vom Schlossplatz entfernt.
Um die Öffentlichkeit dennoch in spannender Form zu informieren, schlägt das Bauministerium zwei andere Standorte in Nähe des Schlossplatzes für die Humboldt-Box vor: Eine Fläche an der Uferpromenade des Marx-Engels-Forums an der Spree – gegenüber der jetzigen Abrissbaustelle des Palastes der Republik. Und eine weitere Fläche auf dem Schinkelplatz. Die Antwort von Junge-Reyer steht noch aus.
Berliner Zeitung, 07.06.2008
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