Bauhausdirektor besiegt Schlossherr

Philipp Oswalt, Berliner Architekt und Direktor der Bauhaus Stiftung Dessau, kann sich freuen. Und mit ihm alle Gegner des Stadtschlosses – insbesondere des umstrittenen „Fördervereins Berliner Schloss“. Nach einem jetzt rechtskräftigen Urteil des Berliner Landgerichts (AZ: 27 O 466/08) müssen der Förderverein und sein langjähriger Vorsitzender Wilhelm von Boddien mehrere Vorwürfe gegen den Schlosskritiker Oswalt widerrufen. Und diese Dementis haben große Bedeutung.

Oswalt hatte dem Förderverein, der insgesamt 80 Millionen Euro für den Wiederaufbau der historischen Schlossfassade sammeln möchte, mehrmals undurchsichtiges Geschäftsgebaren und unsauberen Umgang mit Spendengeldern vorgehalten. Von Boddiens Verein hatte eine Gegendarstellung durchgesetzt und Oswalt außerdem eine „Rufmordkampagne“ vorgehalten. Gegen diese hatte der Architekt auf Widerruf und Unterlassung geklagt – und Recht bekommen.

Laut Oswalt stehe jetzt fest, dass die vom Förderverein „angezweifelten Darstellungen“ etwa bezüglich der Spendenhöhe, der „Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung des Fördervereins und fragwürdiger Kostenschätzung für die Fassadenrekonstruktion“ nach dem Urteil des Gerichts „keine Unwahrheiten“ wären.

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taz, 30.09.2009