Bau des Stadtschlosses wird verschoben

Bau des Stadtschlosses wird verschoben

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Eigentlich sollten die Bauarbeiten im Herbst 2010 beginnen und 2013 abgeschlossen sein. Die Kosten für die Rekonstruktion des Schlosses, das an drei Seiten die historischen Fassaden wieder aufnimmt, bezifferte Lütke Daldrup auf 480 Millionen Euro. Der Bund beteilige sich mit 368 Millionen Euro, das Land Berlin mit 32 Millionen Euro. 80 Millionen Euro sollen über Spenden finanziert werden. Für die Ausstattung und Einrichtung des Schlosses gibt der Bund den Angaben zufolge noch einmal 72 Millionen Euro, womit sich die Gesamtkosten für den Stadtschloss-Bau auf 552 Millionen Euro erhöhen.

 

Lütke Daldrup begrüßte, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag an den Zeitplänen zur Wiedererrichtung des Stadtschlosses festhält. In den Koalitionsverhandlungen soll es Überlegungen aus der Unions-Bundestagsfraktion gegeben haben, das Projekt um vier Jahre zu verschieben.

Die nun weiter entwickelten Planungen des Siegerentwurfes des italienischen Architekten Franco Stella sehen unter anderem eine erheblich vergrößerte Agora im Eosanderhof vor. Es handele sich um einen großen, offenen Raum, in dem bis zu 1800 Stühle Platz hätten, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Agora sei „ein Dreh- und Angelpunkt“ des Baus. Statt der bisher vorgesehenen Säulen sind jetzt offene Galerien geplant. Noch nicht entschieden sei die Form der Kuppel, sagte Lütke Daldrup. die Wahl bestehe zwischen einer historischen oder modernen Form, wobei eine historische Kuppel etwa 15 Millionen Euro mehr kosten würde als eine moderne.

Extrakosten in Millionenhöhe

 

Lütke Daldrup betonte, dass zusätzliche Rekonstruktionen wie historische Treppen oder Innenportale Extrakosten in Millionenhöhe nach sich ziehen würden. „Wer sich mehr wünscht, muss mehr Finanzen mitbringen“, sagte er. Der Rat der als Bauherrin auftretenden Stiftung „Berliner Schloss – Humboldtforum“ werde hier Entscheidungen treffen müssen. Lütke Daldrup sagte, der Baubeginn könne sich wegen offener Fragen verzögern.

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Die Welt, 26.10.2009