Barockfassade nach Kassenlage

Barockfassade nach Kassenlage

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Die Spenden sollen auf Seiten des Bundes von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum eingeworben werden. Die Stiftung wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und soll als Bauherr für das neue Schloss fungieren. Der Wiederaufbau soll nach bisherigen Plänen im Jahr 2011 beginnen und bis 2017 abgeschlossen werden. Als Kosten für das Projekt hat der Bundestag eine Obergrenze von 552 Millionen Euro festgesetzt. Darin enthalten sind inklusive der Rekonstruktion 480 Millionen Euro für den Bau und weitere 72 Millionen Euro für die Ersteinrichtung des Gebäudes. Zwar hat der Bund für Planungs- und Baurisiken im Budget von 552 Millionen Euro Vorsorge getroffen, nicht jedoch für Steigerungen der Baupreise. Dies sei haushaltsrechtlich nicht zulässig, erklärte Staatssekretär Ferlemann in der Antwort auf die Anfrage der Linken. Dies legt den Schluss nahe, dass Baupreissteigerungen auf die 552 Millionen Euro später aufgeschlagen werden können. Die Baukosten wurden im Juli 2007 ermittelt.
Der Förderverein Berliner Schloss will die 80 Millionen Euro für die Fassade aus Spenden aufbringen. Bisher hat er rund 20 Millionen Euro gesammelt. Davon sind 12,7 Millionen Euro eingezahlt worden, für etwas mehr als sieben Millionen Euro liegen Zusagen vor, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Wilhelm von Boddien, gestern. Von Boddien hat nichts gegen eine spätere Fertigstellung der Barockfassaden einzuwenden. „Mir ist es recht“, sagte er.

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Berliner Zeitung, 25.03.2010