Ausstellung zu Debatte um Palast der Republik
Eine Schau mit dem Titel „Der geSCHLOSSene Palast“ dokumentiert von Freitag an die Diskussion um den Palast der Republik auf dem Berliner Schlossplatz. Die Macher, angehende Historiker der Humboldt-Uni, lassen dabei in Wort, Text und Bild Palastgegner und Befürworter zu Wort kommen.
Nur oberflächlich sei es bei der 17-jährigen Diskussion über Palast-Abriss und Wiederaufbau eines Gebäudes mit Schloss-Fassade um die Ästhetik der Mitte Berlins gegangen, erklärten die Ausstellungsmacher von der Humboldt- Universität. „Im Kern spiegelte die Debatte die Suche nach neuer Identität des vereinigten Deutschlands wider.“
Die bis zum 25. August im Museumsverbund Pankow (Prenzlauer Allee 227) laufende Schau lässt in Wort, Text und Bild Palastgegner und Befürworter zu Wort kommen. Das Palast-Archiv ist ein Projekt des Lehrstuhls für Neuere Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Unter dem Motto „Die Debatte dokumentieren“ starteten angehende Historiker einen Aufruf: Die Berliner Bevölkerung sollte ihre Erinnerungen zum Palast und Meinungen zur Debatte um den Abriss des Gebäudes mit der DDR-Volkskammer einsenden. Daneben wurden Interviews unter anderem mit dem früheren Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), dem PDS-Politiker Gregor Gysi und Wilhelm von Boddien vom Förderverein Berliner Schloss geführt. Nach der Ausstellung (Eintritt frei) übergeben die Forscher ihre Arbeit an das Landesarchiv Berlin.
Die Bundesregierung hat einen Neubau mit der Fassade des einstigen Hohenzollernschlosses auf dem Schlossplatz beschlossen. Nach dem Abriss des Palastes soll der Bau des sogenannten Humboldt-Forums im Jahr 2010 beginnen. Auf 50.000 Quadratmetern sollen dort die außereuropäischen Kunst- und Kulturschätze, die heute in Berlin-Dahlem ausgestellt werden, ebenso untergebracht werden wie die Landesbibliothek und die wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt- Universität. Daneben gibt es Restaurants, Läden sowie Konferenz- und Ausstellungsräume. In diesem Herbst soll der Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben werden.
Berliner Morgenpost, 11.07.2007
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