Auf ins Bistro der Kulturen
Grau und hässlich erschien das Berliner Schlossbauprojekt zuletzt, und man konnte glauben, dass sich kein Politiker mehr mit ihm sehen lassen wolle. Am Montag dieser Woche aber hat der Bundesbauminister Peter Ramsauer Zeit gefunden, das Planungsbüro des Schlossarchitekten Franco Stella zu besuchen.
(…)
Er stehe – das galt den Zweiflern von der Presse – hinter dem großen Bauvorhaben, „voll und ganz“ stehe er da. Die Beschlüsse des Bundestages seien bindend, die Zusagen seiner Vorgänger verbindlich, insofern sie rechtsverbindlich waren. Es bleibt also bei der Kostengrenze von 552 Millionen Euro. Achtzig Millionen erhoffe man aus Spenden zu erhalten. Und wenn die nicht zusammenkommen? – Wer wolle denn so pessimistisch sein. Ausdrücklich dankte der Minister im Namen der Regierung dem vielgescholtenen Förderverein Wilhelm von Boddiens.
Selbstverständlich wird das Humboldt-Forum seine Heimat hinter barocken Fassaden finden. Fünf davon seien vorgeschrieben: drei außen, zwei im Schlüterhof. Stellas Entwurf ermöglicht jedoch mehr Rekonstruktion als diese: „Schlüter plus“, sozusagen. Das hänge dann aber von der Kassenlage ab. Zum Schlüter-plus-Paket gehört etwa die Kuppel. Stella plant den Bau so, dass es jederzeit möglich ist, sie zu rekonstruieren. Kuppel und Innenhofportale des Eosanderhofs können, so der Minister, „später als das Hauptgebäude“ errichtet werden.
(…)
Süddeutschen Zeitung , 14.04.2010
Deutsch
English
Francais
