Architektenwettbewerb für Berliner Stadtschloss
Berlin (dpa) – Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat am Montag mit der offiziellen Ankündigung eines internationalen Architektenwettbewerbs den Startschuss zum teilweisen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses gegeben.
Der Neubau mit einer vom Bundestag festgelegten Kostenobergrenze von 552 Millionen Euro soll die historische Barockfassade mit einer Kuppel und den Schlüterhof wiederbekommen. Die Ostseite kann laut Tiefensee «die wechselvolle Geschichte des Schlossareals widerspiegeln» und möglicherweise auch den früheren DDR-Volkskammersaal «in geeigneter Weise zitieren».
Die Bauzeit soll nach dem Verschwinden des Palastes der Republik, der zurzeit abgerissen wird, vier Jahre von 2010 bis 2013 betragen. Der Neubau mit den außereuropäischen Sammlungen sowie Einrichtungen der Humboldt-Universität und der Berliner Zentralbibliothek werde in dem vom Bundestag festgelegten Kostenrahmen von 552 Millionen Euro bleiben, betonte Tiefensee. Darin enthalten sind 73 Millionen Euro für die Erstausstattung. 32 Millionen trägt das Land Berlin und 80 Millionen sollen an Spenden gesammelt werden.
Die Abstimmungen mit dem Bundestag und dem Land Berlin seien in den letzten Tagen «erfolgreich beendet worden», betonte Tiefensee. Für das Humboldt-Forum werden jetzt die Ausschreibungsunterlagen für den Architektenwettbewerb versandt. Offizieller Auslobungstag ist der 14. Dezember. Im November 2008 soll der Wettbewerb beendet werden.
In der Jury vertreten sind unter anderem die Architekten David Chipperfield (London/Berlin), Giorgio Grassi (Mailand), Petra Kahlfeldt (Berlin), HG Merz (Stuttgart/Berlin), Gesine Weinmiller (Berlin), Vittorio Magnano Lampugnani (Zürich/Mailand) und Peter Kulka (Köln/Dresden).
Das Humboldt-Forum soll nach allen Seiten offen und für die Bevölkerung zugänglich sein. «Das Volk hat immer darauf gedrungen, es wolle durch das Schloss durchgehen können», sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und designierte Leiter des Goethe Instituts, Klaus-Dieter Lehmann. «Einen neuen Kulturimperialismus wird es nicht geben.» Angeboten werde auch zeitgenössische Kunst, Theater, Film, Literatur, Musik und Gastronomie, «alles, was das normale Publikum erwartet, und dazu eine Werkstatt des Wissens». «Wir holen die Weltkulturen ins Zentrum der deutschen Hauptstadt», betonte Bauminister Tiefensee.
Die Welt, 27.11.2007
Deutsch
English
Francais
