Architektenwettbewerb für Berliner Stadtschloss kann starten

Architektenwettbewerb für Berliner Stadtschloss kann starten

Berlin (dpa) – Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses mit seinen Originalfassaden ist trotz Architektenkritik gesichert. Das bestätigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
«Die Vorgaben aus dem Bauwettbewerb für das Humboldt-Forum sind kein einengendes Korsett», sagte Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Bei einer Nutzfläche von 50 000 Quadratmetern haben die Architekten eine enorme Freiheit.» Lehmann (64) übergibt sein Amt am 29. Februar an seinen Nachfolger Hermann Parzinger und tritt anschließend als Präsident des Goethe-Instituts an.

Der Stararchitekt David Chipperfield hatte als Mitglied der Wettbewerbsjury Bedingungen der Ausschreibung als zu restriktiv kritisiert, die unter anderem die Errichtung von drei der vier historischen Fassaden des Hohenzollernschlosses vorsieht. «Chipperfield hat mir inzwischen per Brief mitgeteilt, dass er die letzte Fassung der Ausschreibung voll unterstützt», betonte Lehmann.

Mit der Entscheidung für den Bau durch Bundesregierung und Parlament gebe es nun Planungssicherheit, sagte Lehmann. Eine Kommission sucht bis Anfang März maximal 150 Architekturbüros für die Vorauswahl aus. Mitte Juni soll die Jury entscheiden, welche «30 bis 40 Büros» am eigentlichen Wettbewerb teilnehmen. Ende November soll dann eine Empfehlung abgegeben werden, welches Architekturbüro den Bau übernehmen soll.

«Es wird kein Preußenschloss rekonstruiert. Wir passen uns mit den „Stadtwänden“ von Schlüter dem historischen Ensemble mit Museumsinsel, Berliner Dom und Fridericianum an», erklärte Lehmann. Immerhin sei die Kunstkammer der preußischen Könige die Keimzelle der Berliner Museen gewesen. «Mit Ausnahme des historischen Schlüterhofs haben die Architekten bei der Gestaltung der Innenräume freie Hand.»

Im Humboldt-Forum sollen unter anderem die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin untergebracht werden. In Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität und der Berliner Zentral- und Landesbibliothek entstehen zudem ein Informationszentrum als Werkstatt des Wissens sowie ein Ort für Veranstaltungen mit Film, Theater, Musik und zeitgenössischer Kunst. Als Partner wünsche er sich hierfür das vom Bund getragene Haus der Kulturen der Welt.

dpa, 24.02.2008