Architekten-Streit ums Stadtschloss
Von Betrug ist die Rede, von möglichen Klagen auf Schadenersatz. Beim Wettbewerb um den Bau des neuen Stadtschlosses soll Sieger-Architekt Franco Stella (66) geschummelt haben. Das Bauministerium könnte das teuer zu stehen kommen.
Den Stein ins Rollen gebracht hatte Architekt Hans Kollhoff. Der fordert mit einer Rüge vom Bauministerium, die Selbstauskunft des Italieners über dessen Büro zu überprüfen. Teilnehmen am Wettbewerb um das 552-Millionen-Projekt durften nur Baumeister, die in den Jahren von 2004 bis 2006 entweder drei festangestellte Architekten oder einen Jahresumsatz von über 300 000 Euro hatten. In der Branche wird bezweifelt, dass Stella diese Voraussetzungen erfüllte. Stella gab zu, dass sein Umsatz unter 300 000 Euro lag. Das Ministerium lehnt Überprüfungen ab. Das Verfahren sei beendet, Verträge unterzeichnet. Sollten sich die Vorwürfe gegen Stella bestätigen, könnten 30 Architekten gegen den Bund auf Schadenersatz klagen. Sie waren in die engere Wahl gekommen, erhielten für die Weiterbearbeitung ihrer Entwürfe 20 000 Euro. Fachleute schätzen, dass ihre tatsächlichen Kosten bei etwa 150 000 Euro lagen.
Berliner Kurier, 13.07.2009
Deutsch
English
Francais
