Architekt Mäckler: „Das Schloss-Urteil ist ein Sieg für die Baukultur“
Christoph Mäckler ist der einzige der Drittplatzierten im Schlosswettbewerb, der auch lobende Worte für den Siegerentwurf des Architekten Stella findet. Im Interview mit WELT ONLINE spricht Mäckler, der unter anderem den Frankfurter Opernturm entworfen hat, über das jüngste Gerichtsurteil.
WELT ONLINE: Ist die Entscheidung des Gerichts ein Sieg oder eine Niederlage für die Baukultur?
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Christoph Mäckler: Sie ist ein Sieg für die Baukultur, aber eine Niederlage für das Wettbewerbswesen. Ich kenne viele, die gern an dem Schlosswettbewerb teilgenommen hätten, dies aber wegen der Mindestvoraussetzungen nicht konnten. Man kann über diese Vorbedingungen wie Bürogröße und Mindestumsatz streiten, aber wenn es sie schon gibt, muss man sie auch ernst nehmen. <!– Inject Script Filtered –><!– Inject Script Filtered –>
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WELT ONLINE: Das klingt, als glaubten Sie nicht, dass Franco Stella die Bedingungen erfüllt hat.
Mäckler: Die Architektenszene ist nicht so groß, man kennt sich. Und alle, die ich kenne, haben große Zweifel, ob Stella tatsächlich die geforderten Voraussetzungen erfüllt.
WELT ONLINE: Das Gericht fand seine Unterlagen ausreichend.
Mäckler: Das Gericht beruft sich auf Angaben der Architektenkammer in Vicenza. Und verlässt sich darauf, dass diese stimmen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.
WELT ONLINE: Werden diese Zweifel den Bau des Humboldt-Forums weiter belasten?
Mäckler: Ich hoffe nicht. Ich habe mich als Drittplatzierter ganz bewusst zurückgehalten, obwohl ich erwartet hätte, dass man mich wie die anderen Drittplatzierten wenigstens fragt, ob wir in die Realisierung einbezogen werden wollen. Stattdessen hat man mit Hilmer-Sattler-Albrecht ein Büro hinzugezogen, das in der ersten Runde ausgeschieden war. Aber mir geht es um die Sache, und der Entwurf von Stella ist in seiner Anlage durchaus positiv zu sehen. Ich habe die Hoffnung, dass das Humboldt-Forum insgesamt gut wird.
(…)
Die Welt, 03.12.2009
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