Architekt Francesco Stella baut Berliner Stadtschloss

Architekt Francesco Stella baut Berliner Stadtschloss

Initiator Wilhelm von Boddien „überglücklich“ mit der Entscheidung
Der Architekt Francesco Stella aus dem italienischen Vicenza soll das Berliner Stadtschloss wieder aufbauen.

Die 15-köpfige Jury habe sich einstimmig für den Entwurf Stellas entschieden, teilte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (53, SPD) am Nachmittag in Berlin mit.

Wilhelm von Boddien (66), Initiator des Wiederaufbaus und unermüdlicher Werber für das Stadtschloss, zeigte sich „überglücklich“ mit der Entscheidung. Sein Kommentar: „Klasse!“

Minister Tiefensee und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (66, CDU) zeigten sich hocherfreut. Neumann würdigte den Siegerentwurf als „schlüssiges und tragfähiges Gesamtkonzept“. Er besteche durch „eine kluge architektonische Verknüpfung von Alt und Neu, von moderner Nutzung und der Rekonstruktion des ehemaligen Schlosses“.

Der erste Preis werde in optimaler Weise dem Beschluss des Deutschen Bundestages gerecht. Dieser sieht die Wiedererrichtung der barocken Fassaden an drei Seiten sowie zum Innenhof vor. Außerdem soll die historische Kuppel wiedererrichtet werden.

Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (51) nannte die Entscheidung der Jury „ein gutes Signal und ein starkes Votum“ für die künftige Nutzung des Humboldt-Forums. „Damit ist das größte kulturelle und für Berlin so wichtige Bauprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg auf gutem Weg. Dieser Rückenwind sollte jetzt genutzt werden, um die weitere Planung zügig voranzutreiben.“

Mit dem Neubau erhält die Berliner Mitte nach jahrelangen Debatten und nach dem Abriss des Palastes der Republik wieder ihr städtebauliches Herzstück zurück. Für die letzte Runde des Wettbewerbs hatten sich 30 Architekturbüros qualifiziert.

In dem Schlossgebäude mit 40 000 Quadratmetern Nutzfläche wird das sogenannte Humboldt-Forum als ein Schaufenster für Kultur und Wissenschaft errichtet. Dort sollen die außereuropäischen Sammlungen der Berliner Museen sowie eine Auswahl aus den wissenschaftlichen Archiven der Humboldt-Universität und Bestände der Landesbibliothek gezeigt werden.

Der Jury gehörten unter anderem Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD), Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und mehrere Architekten an.

Das Gebäude soll von 2010 bis 2013 gebaut werden. Geplante Kosten: 552 Millionen Euro.

Bild, 29.11.2008