Am Schlossplatz ist vieles offen

Am Schlossplatz ist vieles offen

Vor zwei Wochen verkündeten Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit ihre Einigung über das Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz. Die Stadt soll nur 5000 Quadratmeter nutzen und dafür 32 Mio. Euro von den 480 Mio. Euro geschätzten Baukosten zahlen. Tiefensee kündigte den Architektenwettbewerb noch für 2007 an, der Baubeginn solle 2010, die Eröffnung 2013 sein.

Doch schon vergangene Woche monierte Otto Fricke (FDP), Vorsitzender des Bundeshaushaltsausschusses, dass die Platzverteilung nicht klar sei, auch die Rekonstruktion der barocken Fassaden, die Wilhelm von Boddien als Spenden sammeln will, nicht vom Bund vorfinanziert werden dürfe.

Jetzt wies Bundestagspräsident Lammert im Gespräch mit der Berliner Zeitung darauf hin, dass er zwar die Einigung grundsätzlich sehr begrüße: „Aber der zwischenzeitlich entstandene Eindruck, nun sei alles geklärt, ist doch ein wenig voreilig. Denn es muss hier noch eine Reihe von Leuten einbezogen werden, die an diesem Projekt zentral beteiligt ist, etwa der Kultur-, der Bau- oder der Finanzausschuss des Bundestages sowie der Kulturstaatsminister. Bevor diese nun das gefühl haben, nicht ausreichend beteiligt zu sein, müssen sie alle an einen Tisch geholt werden.“ Außerdem sei Tiefensees Zeitplan „sehr ehrgeizig“. Deswegen bietet Lammert an, die Beteiligten bis Juni zusammenzuführen und zwischen ihnen zu moderieren.

Die Zustimmung des Bundestags ist nötig, weil dieser 2002 zwar eine Willensbekundung zur städtebaulichen Gestalt des Schlossplatzes, nicht aber eine Finanzzusage beschlossen hat. Deswegen sind bisher auch keine Gelder dafür im Haushaltsplan vorgesehen.
Berliner Zeitung, 08.05.2007