Alte Meister nicht reif für die Insel
Museenchef Eissenhauer lehnt Neubau und Umzug nach Mitte ab. Dafür soll die Neue Nationalgalerie am Kulturforum aufgewertet werden.
Die Alten Meister müssen nicht ihre Koffer packen. Michael Eissenhauer, neuer Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, hat den geplanten Umzug der Gemäldegalerie vom Kulturforum auf die Museumsinsel gestoppt. Ein Neubau auf dem Gelände der einstigen Friedrich-Engels-Kaserne – gegenüber dem Bodemuseum – sei für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) nicht finanzierbar. Zugleich besitze die Stiftung keine Mittel für den Umbau der bestehenden Galerie. Die Gemäldegalerie mit den rund 1.400 Werken Alter Meister, darunter Rembrandt, Rubens, Caravaggio und Dürer, habe am Kulturforum ihren Platz und soll dort bestehen bleiben, sagte Eissenhauer.
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Zusätzlich zu dem Erhalt des Standorts für die Alten Meister will Eissenhauer die Bedeutung und Rolle der Neuen Nationalgalerie aufwerten. Man benötige in Berlin, „wo die Moderne erfunden wurde, eine dauerhafte Galerie des 20. Jahrhunderts, und zwar in der Neuen Nationalgalerie, jener Architektur-Ikone des 20. Jahrhunderts“, so der Museenchef. In Zukunft müsse dort die Sammlung der klassischen Gegenwartskünstler wieder mehr in den Mittelpunkt rücken und weniger „etwas Herbeigeliehenes“ gezeigt werden. Events à la MoMA wie im Jahr 2004 erteilte er eine Absage.
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taz, 18.08.2009
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