„Berliner des Jahres: Favoriten für 2020 sind nominiert“

29.12.2020 Berliner Morgenpost

Leserinnen und Leser der Berliner Morgenpost haben ihre Favoriten für 2020 nominiert. Expertenjury trifft nun endgültige Entscheidung.

Von Andreas Abel

Sie haben entschieden: Die Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Berliner des Jahres 2020 sind ausgewählt. Viele interessante und auch bewegende Vorschläge sind in unserer Redaktion eingegangen, allesamt eine Anerkennung für Menschen, die in diesem Jahr Herausragendes in unserer Stadt geleistet haben. Es sind Künstler und Sportler darunter, ebenso Persönlichkeiten der Wissenschaft und der Wirtschaft. Erneut haben es auch mehrere Berliner, die sich bürgerschaftlich engagieren, in den Kreis der Nominierten geschafft, zum Beispiel Elke Schilling, die Vorsitzende des Vereins „Silbernetz“. Der Verein bietet Telefongespräche für einsame Seniorinnen und Senioren an.

Und natürlich ist die diesjährige Auswahl stark von der Corona-Pandemie geprägt. Etliche Leser und Leserinnen haben für unseren Ehrenpreis etwa Albrecht Broemmevorgeschlagen. Der ehemalige Berliner Feuerwehrchef und Präsident des Technischen Hilfswerks hat den Bau der Corona-Notfallklinik auf dem Messegelände und der sechs Impfzentren geleitet. Dies habe er mit großem Fachwissen und Durchsetzungsvermögen in Rekordzeit geschafft, hieß es, er strahle zudem Zuversicht aus. Gelobt wurde auch seine Selbstlosigkeit: Der 67-Jährige habe sich in die Pflicht nehmen lassen, obwohl er eigentlich schon im Ruhestand ist – und zur Risikogruppe gehört.

Zu den Favoriten der Teilnehmer an unserer Aktion gehört auch Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Charité. Er habe die Deutschen als Erster gewarnt und ihnen erklärt, wie gefährlich Corona ist und was die Pandemie bedeutet. „Er wurde angegriffen und verhöhnt, sogar seine Familie wurde attackiert. Er hat sich nicht beirren lassen, er verdient unser aller Respekt“, schrieb zum Beispiel eine Leserin aus Mariendorf. Andere betonten, er forsche nicht nur intensiv zu dem Virus, sondern bringe Forschungsergebnisse auch breiten Bevölkerungsschichten nahe, ohne schulmeisterlich zu wirken, zum Beispiel in seinem Podcast im NDR.

Berliner des Jahres: Nicht nur Prominente sind nominiert

Die Leser und Leserinnen sowie die Morgenpost-Mitarbeiter möchten aber auch nicht-prominente „Corona-Helden“ bei der Kandidatenauswahl berücksichtigt wissen, insbesondere diejenigen, die im Gesundheitswesen tätig sind. So wurden etwa Christiane Feldmann, Ärztin auf einer Intensivstation im Vivantes-Klinikum am Urban, und Cornelia Gotthard, Arzthelferin in einer Charlottenburger Praxis für Allgemeinmedizin, benannt. Ihre Nominierung gilt stellvertretend für alle, die in der Pandemie große Herausforderungen bewältigt haben und weiterhin bewältigen, die die Stadt in Corona-Zeiten am Laufen halten.

Ebenfalls große Zustimmung hat Wilhelm von Boddien erfahren. Der Geschäftsführer des „Fördervereins Berliner Schloss“ habe sein Versprechen wahr gemacht und mit seinen Wegbegleitern 105 Millionen Euro Spendengeld für die Barockfassaden des Humboldt Forums gesammelt, hieß es. Gegen alle Widerstände habe er maßgeblich zum Wiederaufbau des Schlosses beigetragen und dafür gesorgt, dass Berlin ein einzigartiges Gebäude erhält, lautete das vielstimmige Votum.

Aus dem Kreis der Berliner Wirtschaft ist Alexandra Knauer hervorzuheben. Die 54-Jährige führt erfolgreich das gleichnamige, in Zehlendorf ansässige Unternehmen für wissenschaftliche Geräte. Dafür wurde sie im Mai dieses Jahres von Wirtschaftsminister Peter Altmaier ausgezeichnet. Alexandra Knauer spendete zudem selbst produziertes Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung für Schulen und Gemeinschaftsunterkünfte. Die Wissenschaft vertritt etwa Emmanuelle Charpentier. Die Mikrobiologin und Biochemikerin entwickelte die „Genschere“ und erhielt dafür mit einer Kollegin den diesjährigen Nobelpreis für Chemie.

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Zu den Nominierten gehören auch Künstler wie der Pianist Igor Levit. Er gab während der Lockdowns mehr als 50 Hauskonzerte, die kostenlos im Netz zu hören waren. Zudem tritt er gegen Antisemitismus und Ausgrenzung Geflüchteter auf. Die Schauspielerin Karoline Herfurthunterstützt die Initiative „#gibuns5“ für mehr Personal und bessere Bezahlung in der Pflege.

Aus dem Sport wurden unter anderem der erfolgreiche Union-Trainer Urs Fischer und die Leichtathletin Lisa-Marie Kwayie nominiert. Die Deutsche Meisterin im Sprint sei ein Vorbild für junge Sportlerinnen.

Nun trifft unsere Expertenjury die endgültige Entscheidung. An diesem Dienstag sucht sie aus den Kandidaten die Berlinerin oder den Berliner des Jahres 2020 aus, außerdem diejenigen, die es in die „Top Ten“ geschafft haben. Auf wen die Wahl gefallen ist, verraten wir Ihnen am 2. Januar in der Morgenpost.

Die sechs Mitglieder der Jury sind: Christine Richter, Chefredakteurin der Berliner Morgenpost, ihre beiden Stellvertreter Torsten Kroop und Gilbert Schomaker, Morgenpost-Geschäftsführer Görge Timmer, der Leiter unseres Kulturressorts und der Sonntagsbeilage BIZ, Felix Müller,sowie der freie Autor Andreas Abel.

 

Quelle: Berliner Morgenpost, 29.12.2020

 

 

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