„Rückkehr mit historischer Fassade – Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie erhält originale Ziegelfassade“

20.01.2026 – Berliner Morgenpsot

Von Isabell Jürgens

 

Nach langem Ringen steht fest: Die Bauakademie kehrt mit historischer Fassade zurück. Doch wie geht es nun mit dem Wiederaufbau weiter?

Gute Nachricht für die Berlinerinnen und Berliner, die sich bei der Wiedererrichtung der Bauakademie auf dem Friedrichswerder in Berlin-Mitte eine Rekonstruktion des Schinkelschen Originals wünschen: Der Neubau der Bauakademie wird die charakteristische Fassade aus rotem Ziegelstein bekommen. Dies sei mit dem Bund und der Bundesstiftung Bauakademie vereinbart worden. Daran müsse sich auch der geplante Realisierungswettbewerb orientieren, sagte Bausenator Christian Gaebler (SPD) am Dienstag.

Vor gut neun Jahren hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, das 1836 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtete Bauwerk wieder zu errichten. 2016 stellte der Bund dafür 62 Millionen Euro zur Verfügung. Vor sechs Jahren wurde dazu die Bundesstiftung Bauakademie gegründet. Doch seitdem ist auf der Brache zwischen Kupfergraben und Friedrichswerderscher Kirche nichts geschehen.

Der schon mehrfach angekündigte Realisierungswettbewerb wurde mehrfach verschoben, weil das Land Berlin und die Bundesstiftung sich nicht auf den Auslobungstext einigen konnten. Während Berlin die historische Fassadenrekonstruktion als maßgebliches Leitbild verankert sehen wollte, präferierte die Stiftung einen offen formulierten Wettbewerb, bei dem auch moderne Interpretationen des Gebäudes eine Chance bekommen sollten.

 

Senator: „Wir beharren nicht auf einer Eins-zu-eins-Rekonstruktion“

„Wir beharren nicht auf einer Eins-zu-eins-Rekonstruktion“, betonte Gaebler. Barrierefreiheit und eine modernen Bedürfnissen angepasste Innengestaltung seien möglich und auch erwünscht.

„Grundsätzlich soll aber die Außenwirkung der Schinkelschen Bauakademie wiederhergestellt werden“, betonte er. Dazu soll auch die Verwendung historischer Ziegel mit „Alterungsspuren“ zur Anwendung kommen.

Vom Tisch ist auch der vor einem Jahr ins Spiel gebrachte Kompromissvorschlag, wie beim Humboldt-Forum im rekonstruierten Berliner Schloss eine der vier Gebäudeseiten modern zu gestalten: „Diesen Vorschlag haben wir verworfen“, sagte Gaebler.

 

Finanzierungsfrage offen: Architektenwettbewerb weiter ohne Zeitplan

An der gemeinsamen Formulierung für die Zielsetzung für den Wettbewerb waren Vertreterinnen und Vertreter folgender Institutionen beteiligt: Senatskanzlei, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und Bundesstiftung Bauakademie.

Wann die Auslobung des Architektenwettbewerbs erfolgen soll, ließ der Bausenator am Dienstag offen. Aufseiten des Bundes müsse noch die Finanzierungsfrage geklärt werden, denn die 62 Millionen Euro würden vermutlich nicht reichen, sag8e Gabeler. Der Bund habe noch keinen abschließenden Zeitplan vorgelegt.

 

>> Quelle: Berliner Morgenpost, 20.01.2026